31.03.2016, 08:15 Uhr

Das "Steirerg'wand" gestern und heute

Dieses Aquarell von Karl Ruß aus dem Jahr 1813 zeigt ein Bauernpaar aus der Passailer Gegend. (Foto: Heimatwerk)

Sie prägt unser Land wie die Berge und der Wein: die Tracht. Historisch erlebte sie ihre Blütezeit mit Erzherzog Johann.

Dirndl, Trachtenanzug, Lederhose...die Steirer kleiden sich gerne in Tracht, und das sowohl im Alltag als auch zu festlichen Anlässen.

Im Spiegel der Geschichte

Das Bewusstsein um die besondere Bedeutung der Tracht begann in der Steiermark mit Erzherzog Johann (1782–1859) und seinem Bestreben, das Leben der bäuerlichen Bevölkerung zu dokumentieren. Zugleich wirkte seine persönliche Vorliebe für das Steirergewand vorbildhaft auf die Bevölkerung und verstärkte die Verbreitung und Wertschätzung der Tracht. Die Trachtenbeschreibungen und -darstellungen aus der Zeit Erzherzog Johanns geben uns bis heute wichtige Einblicke in die Ausführungen der steirischen Tracht im 19. Jahrhundert.
Die volkskundliche Trachtenforschung wurde im beginnenden 20. Jahrhundert schließlich von Viktor Geramb (1884–1958), dem Gründer des Volkskundemuseums in Graz, und Konrad Mautner (1880–1924) fortgesetzt. Auf Grundlage ihrer umfassenden Recherche- und Sammlungstätigkeiten erschien in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts das „Steirische Trachtenbuch“ in zwei Bänden.
Eine weitere prägende Persönlichkeit in der Geschichte der steirischen Trachten war Gundl Holaubek-Lawatsch (1919–2015). Seit den 1970er-Jahren nahm sie verstärkt einen von der Bevölkerung ausgehenden Wunsch nach landschaftsgebundenen Trachten wahr und arbeitete diesem entsprechend an der Erneuerung steirischer Trachten. Sie war landauf, landab im Sinne der Trachtenerneuerung tätig, beriet mit ihrem Fachwissen unzählige steirische Blasmusikkapellen bei ihrer Einkleidung und gab nicht zuletzt mit ihrem im Jahr 1983 erschienenen Buch „Alte Volkskunst – Steirische Trachten“ richtungsweisende Impulse.

Pflege der steirischen Tracht

Das Steirische Heimatwerk widmet sich seit seiner Gründung im Jahr 1934 speziell der Dokumentation, Erarbeitung und später dann auch der Fertigung von Frauentrachten. Mittlerweile sind im Steirischen Heimatwerk rund 290 unterschiedliche Frauentrachten verzeichnet. Weniger bekannt ist die Vielfalt der steirischen Männertrachten – derzeit gibt es rund 100 unterschiedliche Männertrachten.
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martin krusche aus Weiz | 31.03.2016 | 15:15   Melden
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martin krusche aus Weiz | 31.03.2016 | 15:16   Melden
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