16.03.2016, 09:56 Uhr

Erfolgreich auf dem Holzweg unterwegs

Erhard Pretterhofer, GF Holzcluster: "Wir verbinden 150 Clusterpartner aus der Holzbranche." (Foto: Furgler)

Perfekte Ressourcennutzung: Der Holzcluster verbindet den Rohstoff Holz mit dem richtigen Know-how.

Zu unrecht weniger bekannt als "der große Bruder" Autocluster steht der steirische Holzcluster seit 2001 für geballtes Wissen im Waldland Steiermark. Erhard Pretterhofer, Holzcluster-Geschäftsführer, erklärt im WOCHE-Interview, warum es bei uns quasi auf der Hand liegt, "in Holz zu denken".

Was macht der Holzcluster?

Erhard Pretterhofer: Der Cluster hat vier Aufgabenfelder. Zunächst ist das eine Vernetzungsaufgabe, das heißt, wir bringen unsere insgesamt 150 Clusterpartner zusammen. Dann forcieren wir Forschung und Entwicklung, sprich sorgen für Innovation. Die Internationalisierung ist der dritte Punkt, vorrangig werden gerade Unternehmen dabei unterstützt, die Märkte in Südosteuropa zu erobern. Schließlich hat auch die Qualifizierung einen hohen Stellenwert.

150 Clusterpartner, wer fällt da alles hinein?
Das ist die gesamte Wertschöpfungskette, angefangen beim Rohstoff, den Forstbetrieben, über die Holzweiterverarbeitungsbetriebe bis hin zur Endproduktion, sei dies ein Tischler oder die Papierindustrie. Daneben zählen natürlich auch Schulen, Universitäten und Fachhochschulen zu unseren Partnern.

Holz liegt als Baustoff wieder mehr im Trend ...

Richtig. Das war auch eines der Kernthemen bei der 'Urban Future'-Konferenz Anfang März in Graz. Im städtischen Bereich, wo Nachverdichtungen Thema sind, ist Holz als leichter Baustoff bei Aufstockungen ideal einsetzbar. Hier sind auch die gesetzlichen Bestimmungen zuletzt etwas 'holzfreundlicher' gestaltet worden.

Wie hoch darf in Österreich mit Holz gebaut werden?
Sechsgeschoßig, aber Ausnahmen wie das 24-geschoßige 'Hoho' (Holzhochhaus, Anmerk. d. Red.), das derzeit in Wien entsteht, bestätigen die Regel.

Was bringt die Zukunft?

Als Cluster sind wir ständig auf der Suche nach neuen Marktpotenzialen mit hoher Wertschöpfung. Mit dem Autocluster versuchen wir gerade wieder mehr Holz ins Auto zu bringen. Holz hat in Zeiten, in denen jeder auf den CO2-Ausstoß achtet, einen großen Vorteil: Es ist leicht. Andererseits wird der Einsatz von Robotern in der Holzproduktion erprobt. Monotone Arbeiten könnten künftig von Robotern erledigt werden, komplexe Arbeitsschritte macht der Mensch.

Kurz zurück zum Vernetzen. Was sind da Erfolgsbeispiele?

Das Kielsteg-Element ist so ein Projekt. Da haben sich zwei Studenten, die eine Diplomarbeit über dieses Holzbauprodukt geschrieben haben, an uns gewandt. Wir haben sie dann mit Unternehmen zusammengespannt und mittlerweile sind die beiden mit diesen bis zu 16 Meter langen kompletten Dachtragewerken – ideal für große Hallen – international erfolgreich.
"Der kleine Bruder" des Autoclusters ist groß geworden und definitiv nicht auf dem Holzweg.
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