21.06.2016, 16:00 Uhr

Land Steiermark in "Knebelvertrag" mit dem steirischen Verkehrsverbund

Im Dienste der Pendler: Für den Umstieg auf "Öffis" fordert Franz Gosch billigere Verbund-Tarife. (Foto: FCG)

Pendlerobmann Franz Gosch wehrt sich gegen "Knebelvertrag" des Landes mit dem steirischen Verkehrsverbund.

Es ist ein durchaus anschauliches Rechenbeispiel: Für eine Wockenkarte verrechnete der Verkehrsverbund vor rund 20 Jahren 6,68 Euro. Ab 1. Juli wird man dafür 14,20 Euro hinlegen – eine Preiserhhöhung um satte 113 Prozent. In ähnlichen Dimensionen bewegt sich auch die Monatskarte: Waren es anno 1997 noch 23,61 Euro, so sind es ab nächstem Monat 47,10 Euro, nahezu eine Verdoppelung des Preises.
Und auch die Jahreskarte ist längst kein Schnäppchen mehr: Von 236,19 auf 416 Euro (Ausnahme: Graz) in nicht einmal 20 Jahren – eine Steigerung um 76 Prozent.

Tarifschraube zu Lasten der Pendler

Klar, dass der Obmann der Pendlerinitiative, Franz Gosch, dagegen Sturm läuft: "Mit 1. Juli 2016 kommt es wieder zu einer Erhöhung der Tarife um durchschnittlich 1,62 Prozent. Die durchschnittliche Inflationsrate im Jahr 2015 lag bei 0,9 Prozent. Diese Verteuerung der Verbundtarife liegt daher exorbitant über der Inflationsrate“, zeigen sich Gosch und die Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) fassungslos.
Jetzt will man den neuen Verkehrslandesrat Anton Lang ins Boot holen, denn, so Gosch: "Die Ursache liegt in einer Kooperationsvereinbarung des Landes mit den Verkehrsunternehmungen aus dem Jahre 2004.“ Diese besage, dass die Verkehrsgesellschaften eine jährliche Anhebung im Ausmaß bis zum 1,75-fachen des Verbraucherpreisindexes durchsetzen dürfen. „In den letzten Jahren ist diese Tarifschraube zu Lasten der Pendler und Fahrgäste immer voll ausgeschöpft worden“, ist er empört.


"Vertrag kündigen!"

Die Konsequenzen liegen für Gosch auf der Hand: Der derzeitige Kooperationsvertrag mit den Verkehrsunternehmen sei zu kündigen und statt dessen eine Vereinbarung abzuschließen, die dem Verkehrsverbund und seinen Fahrgästen faire Fahrpreise ermöglicht. Erhöhungen über die ausgewiesene Inflationsrate dürfen künftig nicht mehr möglich sein, so Gosch abschließend, Verkehrslandesrat Lang werde man umgehend mit dieser Forderung konfrontieren.
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