14.06.2016, 14:00 Uhr

Interview der WOCHE: Mario Kunasek, Chef der steirischen FPÖ im Gespräch

Arbeit und Familie als Schwerpunktthemen: Der "blaue Panther" Mario Kunasek (Foto: geopho.com)

Der blaue Chef in der Steiermark über Erfolge, Pläne und Hobbys

Die Stimmung ist gut, Mario Kunasek ist spürbar gut drauf: Seine Bewegung schwimmt gerade obenauf, auch persönlich sitzt er gut und sicher im Sattel, ein Jahr nach der erfolgreichen Landtagswahl: "Ja, dieses Jahr ist uns gut gelungen, wir haben den Takt vorgegeben", ist er überzeugt. Rund 260 Anträge im Landtag sprechen da zumindest quantitativ eine klare Sprache – "auch wenn ich weiß, dass davon vieles von ÖVP und SPÖ schubladisiert wird. Das ist halt das Bohren harter Bretter, das bin icbh aber schon aus meiner Zeit als Nationalrat in Wien gewohnt."


Fokus auf künftige Bürgermeister

Viel Arbeit hat er auch noch in der eigenen Partei – die ihm kürzlich mit 99,3 Prozent das Vertrauen aussprach – vor sich: "Immerhin haben wir durch die Gemeinderatswahl 600 Gemeinderäte in der Steiermark im Amt, das ist eine große Verantwortung, dort wollen wir die PS auch auf die Straße bringen." Die Gemeindepolitik soll auch ein wesentlicher Teil der Arbeit werden: "Wir wollen im ersten Schritt auf jene Gemeinden fokussieren, wo wir bei der nächsten Wahl reele Chancen auf den Bürgermeistersessel haben." Diese Möglichkeit sieht Kunasek vor allem in der Obersteiermark und im Grazer Umland, aber auch auf die anderen Regionen werde man nicht vergessen.

"Kurz schreibt FPÖ-Aussendungen ab"

Der vorhandene Schwung soll also genützt werden, was macht die FPÖ in der Steiermark und in Österreich aus seiner Sicht derzeit so erfolgreich? "Vieles, was wir schon vor einem Jahr kritisiert haben, ist leider so eingetreten, die Situation am Arbeitsmarkt etwa ist so ein Beispiel."Deshalb erfahre die FPÖ auch gerade von jungen Menschen einen hohen Zuspruch. "Prinzipiell haben wir aber quer durch alle Alters- und Bevölkerungsschichten regen Zuspruch." Rund 200 neue Mitglieder gibt es, so Kunasek, allein seit dem Parteitag. Natürlich sei auch die Flüchtlingsfrage Thema: "Es wird immer noch zuwenig reagiert. Kurz und Doskozil schreiben halt jetzt FPÖ-Aussendungen von vor einem Jahr ab." Glaubwürdig sei das nicht ...

"Berndorfer Modell" für die Steiermark

Man wolle aber als FPÖ nicht nur an der Kritik gemessen werden: "Wir werden uns inhaltlich einbringen, zum Beispiel beim Thema Arbeit." Hier signalisiere die SPÖ Gesprächsbereitschaft, im Herbst soll es hier zu einem breiteren Austausch kommen. Pflege und Gesundheit werden Schwerpunkt der nächsten FPÖ-Klausur werden, ganz besonders will man sich des Themas Familie annehmen. "Kinderbetreuung ist da das Thema der Zukunft, wir wollen hier eine echte Wahlfreiheit für die Familien erreichen." Ganz konkret ist es geplant, das "Berndorfer Modell" aus Salzburg auch in der Steiermark auszuprobieren. Demnach soll familieninterne Kinderbetreuung zusätzlich von Bund und Land gefördert werden. "Familie ist etwas ganz Wichtiges, da werden wir alle über unsere ideologischen Schatten springen müssen", so Kunasek.


Wohnmobil als Hobby

Und wie sieht's eigentlich mit dem eigenen Familienleben aus? Kunasek schmunzelt: Vor der Wahl haben mich 4 Prozent der Steirer gekannt, jetzt sind es 80 Prozent, das hat es schon ein bisserl schwieriger gemacht mit dem Privatleben." Er bekomme aber sehr viele positive Rückmeldungen, deshalb freut er sich auch über den neuen Bekanntheitsgrad. Und wenn wirklich einmal Zeit bleibt? "Dann bin ich mit meiner Lebensgefährtin mit dem Wohnmobil unterwegs, das ist seit rund einem Jahr unser neues Hobby." Und reparieren kann es der gelernte KFZ-Mechaniker ohnehin selbst ...
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