04.06.2016, 07:00 Uhr

Für alle Fußball-Verweigerer: Das ultimative Fußball-ABC

(Foto: pixabay)

Nur noch wenige Tage bis zum Anstoß der Euro 2016 in Frankreich. Wer sich bis dato beim Thema Fußball noch nicht auskennt, kann hier im Schnellsiedekurs ein paar Fachausdrücke zum Mitreden nachholen.

Und wir beginnen gleich mit einer der größten Herausforderungen, dem Abseits:

-> Abseits: Abseits ist eine Regel, die dafür sorgen soll, dass die Stürmer nicht nur am gegnerischen Tor stehen bleiben. Wird ein Pass zu einem Mitspieler in Richtung des gegnerischen Tores gespielt, muss man darauf achten, dass sich zwischen dem Mitspieler und dem gegnerischen Torwart (genauer gesagt letzten Spieler der verteidigenden Mannschaft) noch mindestens ein Gegenspieler befindet oder dieser auf der gleichen Höhe steht. Als Zeitpunkt gilt der Moment, in dem der Pass gespielt wird, nicht wann er ankommt.
Man kann nur in der gegnerischen Spielhälfte ins Abseits geraten, bei einem Einwurf, Abstoß und Eckball zählt die Abseitsregel ebenfalls nicht.

-> Die Bananenflanke hat ihren Namen ihrer Flugbahn zu verdanken, denn der Ball nimmt eine Flugkurve, die von oben aus betrachtet an eine Banane erinnert. Darum ist diese Flankenart vor allem bei Eckbällen zu sehen, da sich der Ball zuerst weiter von der Torauslinie entfernt und erst im Bereich des Fünfmeterraumes gefährlich nahe dem Tor nähert. Diesen Effekt erreicht man, wenn man den Ball eher außen als in der Mitte trifft und den Ball mit dem Innenrist mehr streichelt, aber dennoch genug Kraft ausübt, um einen gefährlichen Schwung zu erzeugen.

-> Cup ist die englische Bezeichnung für Pokal. Im englischen Fußball gibt es zum Beispiel den FA Cup und den League Cup. Der Cup des Österreichischen Fußball-Bundes wird kurz ÖFB-Cup genannt. Je nach Cup und Land gibt es Wettbewerbe, in denen es ein Hin- und ein Rückspiel gibt.

-> Direkter Freistoß: Wenn ein Spieler seinen Gegenspieler durch ein Foul stoppt oder eine andere Regelwidrigkeit tätigt, bekommt er einen Freistoß gegen seine Mannschaft. Bei dem Freistoß wird dann zwischen einem direkten und einem indirekten Freistoß unterschieden. In der Regel wird ein direkter Freistoß ausgesprochen, welcher für die verteidigende Mannschaft etwas mehr Gefahr darstellt.
Bei einem direkten Freistoß muss der Ball nämlich nicht zwingend von einer anderen Person berührt werden, bevor er über die Torlinie fliegt. Bei einem direkten Freistoß kann der Schütze auf das Tor zielen und wenn der Ball rein fliegt, ist es ein Tor. Bei der indirekten Variante müsste der Ball entweder abgefälscht werden oder vor dem eigentlichen Schuss von einem Mitspieler angetippt werden.

-> Die Europameisterschaft ist nach der Weltmeisterschaft das zweitgrößte Turnier, an dem Nationalmannschaften verschiedener europäischer Länder teilnehmen. Im Fall der Europameisterschaft, die auch kurz EM genannt wird, sind es Nationalmannschaften aus dem UEFA-Verband(Union of European Football Associations). Für die EM muss man sich über eine lange Qualifikation qualifizieren, wobei in mehreren Gruppen die Gruppensieger ausgespielt werden, welche sich dann direkt für die EM qualifizieren sowie die zweitplatzierten und der Punktbeste dritte. Seit 2016 nehmen erstmals 24 Mannschaften in á sechs Gruppen anstatt 16 Mannschaften á vier Gruppen bei der EM teil, wovon alle Gruppenersten und zweiten sowie die vier besten Gruppendritten in die K.O. Phase eintreten. Im Gegensatz zur Europa League, die für Vereinsmannschaften gedacht ist, gibt es bei diesem Turnier kein Hin- und Rückspiel.

-> Flanke: Wenn ein Spieler vom Spielfeldrand den Ball weit und über dem Boden nach innen schlägt, um dort einen Mitspieler als Abnehmer zu finden, spricht man von einer Flanke. Egal welche Flanke man auch schießt, das Ziel ist immer, den Ball möglichst genau auf den Mitspieler im Inneren oder auf der anderen Seite des Spielfeld zu befördern, so dass er bestenfalls den Ball perfekt mit dem annehmen kann, um zu einer Torgelegenheit zu kommen. Flanken werden meist nach einem schnellen Lauf von Außenspielern geschlagen und werden auch häufig aus dem Rücken der Abwehr getätigt, um die Verteidigung dieses Angriffs so schwer wie möglich zu machen.

-> Gelb-rote Karte: Wenn ein Spieler während des laufenden Spiels schon eine gelbe Karte bekommen hat und dann ein weiteres Vergehen stattfindet, für das er eine weitere gelbe Karte bekommen muss, so bekommt er zuerst die zweite gelbe Karte zu sehen und gleich danach die rote Karte. Man spricht in diesem Fall von einer Gelb-Roten Karte, welche zwar den sofortigen Platzverweis zur Folge hat, aber weit weniger schlimm ist als eine reine rote Karte, denn nach einem Spiel Pause darf der Spieler schon wieder am Spielbetrieb teilnehmen.

-> Eine Hängende Spitze ist im Fußball eine Position in verschiedenen Spielsystemen. Im Grunde handelt es sich hierbei um einen Stürmer, der im Vergleich zu einem klassischen Stürmer jedoch nicht nur vorne im Sturm steht, sondern auch Aufgaben des offensiven Mittelfelds übernimmt. Der Stürmer hängt quasi zwischen den Positionen Sturm und Mittelfeld und kann sich je nach Spielsituation auf die Position fallen lassen, wo er derzeit mehr benötigt wird. Solche Spieler müssen meistens sehr quirlig sein und haben wenig mit einem klassischen Stoßstürmer gemein, der im Gegensatz zur Hängenden Spitze meist groß, robust und stark ist.

-> Ein Innenverteidiger ist in der Defensive ein sehr wichtiger Feldspieler, der oft in brenzlige Situationen kommt und dadurch sehr ruhig und abgeklärt agieren können muss. Er bildet zusammen mit einem anderen Innenverteidiger die letzte Hürde einer Mannschaft, die vom gegnerischen Team überwunden werden muss. Da aufgrund vieler hoch einfliegenden Bälle viele Kopfballduelle gewonnen werden müssen, werden in der Innenverteidigung ausnahmslos Spieler genommen, die von der Körpergröße ungefähr so groß wie ein Torwart sind.

-> Ein Joker ist im Fußball ein Spieler, der nach seiner Einwechslung ein Tor erzielt. Das muss nicht unbedingt immer Zufall sein, es gibt durchaus Spieler, die gute Joker-Qualitäten haben. Etwa dann, wenn sie sehr schnell und frisch sind und somit die gegnerischen Spieler, die schon von der ersten Minute an auf dem Platz stehen und konditionell schon angeschlagen sind, gut ausspielen kann. Man spricht in diesem Fall auch von einem Spieler, der neuen Schwung in die Offensivaktionen bringen kann. Es ist nicht selten, dass ein guter Joker später regelmäßig in der Startelf steht, er dann aber nicht mehr so häufig trifft, wie noch als Einwechselspieler.

-> Den Konter gibt es nicht nur im Fußball, sondern in vielen Sportarten.
Ein Konter ist nichts anderes als ein Gegenangriff und wird vorzugsweise von den spielerisch schlechteren Mannschaften ausgeübt. Natürlich gibt es auch spielstarke Mannschaften, die diese Taktik verfolgen oder rein aus der Spielsituation heraus einen Konter fahren.

-> Ein Manndecker ist meist ein Verteidiger, der in der Defensive dafür sorgen soll, dass ein Gegenspieler stets gedeckt ist. Das Ziel von der Deckung ist es, dass der gegnerische Spieler nicht oder nur schwer anspielbar ist, da man im Falle eines Anspiels immer gleich parat wäre und dem Gegenspieler so wenig Freiraum wie wenig bieten würde.

-> Von einer Notbremse spricht man im Fußball dann, wenn ein Spieler der verteidigenden Mannschaft einen angreifenden Spieler foult und dabei auch der letzte Mann ist, das heißt, dass hinter dem foulenden Spieler kein weiterer Feldspieler mehr ist, sondern nur noch der Torwart. Somit wird bei einer Notbremse eine glasklare Torchance verhindert, was zwingend eine Rote Karte zur Folge hat, ganz gleich wie harmlos Foul an sich war.

-> Platzwahl: Vor dem Spielanpfiff treffen sich die zwei Kapitäne bzw. Spielführer der Mannschaften und der Schiedsrichter an der Spielfeldmitte und begrüßen sich. Neben der Begrüßung wird auch entschieden, welche Mannschaft Anpfiff hat und welche Mannschaft auf welcher Spielfeldseite spielt. Diesen Prozess nennt man Platzwahl. Nach der Halbzeit werden die Seiten getauscht, so dass letztendlich beide Teams je einmal nach links und einmal nach rechts spielen.

-> Die Querlatte ist nichts anderes als die Latte am Gehäuse des Tores. Man spricht manchmal von Querlatte, weil die Latte eben quer auf dem Tor angebracht ist. Sie ist aus Aluminium gebaut und bildet die obere Umrandung des Torgehäuses.

-> Bei der Raumdeckung versucht die Mannschaft, den freien Raum so gut abzudecken, dass sich die gegnerische Mannschaft darin nicht oder nur schwer entfalten kann. Im Gegensatz zur Manndeckung hat man in der Raumdeckung keinen direkten Gegenspieler. Vielmehr versucht die verteidigende Mannschaft beim Prinzip der Raumdeckung, immer in der Ballnähe Überzahlsituationen zu schaffen, um sofort Druck ausüben zu können, sobald der Gegner an den Ball kommen sollte. Das erfordert jedoch viel Arbeit im Kollektiv, da es nicht reicht, wenn nur zwei Verteidiger daran mitarbeiten, es muss in solch einem Fall viel von allen Verteidigern gleichzeitig verschoben werden.

-> Der Strafraum wird häufig auch als 16-Meterraum oder abgekürzt, als 16er, benannt. Der Grund dafür sind die Maße, in denen der wichtige Raum um beide Tore gezogen wird. Sowohl in der Breite als auch in der Länge misst der Strafraum 16 Meter. Der Name Strafraum ist ebenso passend, weil ein Spieler hierin besonders bestraft wird, wenn er einen Gegenspieler foult und gleichzeitig zur verteidigenden Mannschaft gehört. Wird ein angreifender Spieler im Strafraum gefoult, erhält seine Mannschaft nämlich einen Strafstoß, der vom 11 Meter-Punkt ausgeführt wird.

-> Toraus: Wenn der Ball über die Seitenbegrenzungen des Spielfelds hinaus fliegt und dabei nicht ins Tor geht, spricht man grundsätzlich vom Aus. Fliegt der Ball dabei über die Seitenlinie, spricht man vom Seitenaus, was ein Einwurf zur Folge hat. Wenn der Ball dagegen die Torlinien links und rechts neben dem Tor überquert, ist es ein Toraus. Die Folge ist ein Abstoß, wenn die angreifende Mannschaft den Ball ins das Aus befördert hat, andernfalls gibt es einen Eckstoß bzw. Eckball.

-> Ein Übersteiger ist ein Trick im Fußball, mit dem der ballführende Spieler seinen Gegenspieler verwirren möchte. Dabei steigt der ballführende Spieler mit einem Bein über den Ball, täuscht somit an, dass der Ball jetzt in diese Richtung mitgenommen wird, dann nimmt der Spieler den Ball aber mit dem anderen Bein in die andere Richtung mit.
Dadurch, dass der Gegenspieler auf dem falschen Fuß erwischt wird, kann man dann schnell an ihm vorbei und sich so vielleicht eine gefährliche Torchance erspielen. Der Übersteiger ist einer der einfachen Tricks, er wird auf Profiebene relativ häufig verwendet, aber auch oft vom Gegenspieler zu Nichte gemacht.

-> Mit dem Begriff Vorteil ist in diesem Fall eine Entscheidung des Schiedsrichters gemeint. Immer dann, wenn ein Spieler gefoult wird, wird das Spiel in der Regel vom Schiedsrichter unterbrochen, es sei denn, es bleibt weiterhin die Mannschaft im Ballbesitz, dessen Spieler gefoult wurde. Da sich daraus dann eine gute Torchance ergeben kann, wird der Mannschaft Vorteil gegeben. Das heißt aber nicht, dass die Strafe des foulenden Spielers entfällt. Sobald die nächste Spielunterbrechung kommt, kann der foulende Spieler eine Karte vom Schiedsrichter bekommen.

Und alles klar, oder?

Hier gehts zu noch mehr Fußballbegriffen.
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