15.07.2016, 13:48 Uhr

Tirol entdeckt das Öffi-Wandern

WÖFFI: Andrea Weber (TVB Landeck), Michael Brandl (Tirol Werbung), Wolfram Gehri (ÖBB Postbus), Hermann Sonntag (Naturpark Karwendel) und Ingrid Felipe (Landeshauptmann-Stellvertrerin)

Das Konzept gibt es schon seit einiger Zeit – Wandern mit öffentlichen Verkehrsmitteln – nun brachte das Land Tirol mit Hilfe der Naturparks, Verkehrsunternehmen und Tourismusverbände seine eigenen Broschüren raus. Das Projekt nennt sich WÖFFI.

TIROL. Wanderer mit Rucksäcken, Stöcken und Bergschuhen in den öffentlichen Verkehrsmitteln: Nicht nur aus der Sicht der Umwelt ein Gewinn, Tourismusverbände sehen darin auch eine gute Vermarktungsmöglichkeit des Landes. Die Idee ist nicht neu, ist doch der Alpenverein in Deutschland und Österreich schon seit vielen Jahren aktiv, um unterschiedliche Tourentipps mit Bus und Bahn unter die umweltbewussten Wanderer zu bringen. Broschüren gab es ebenfalls.


In Zahlen

Nun griffen auch 14 Tourismusverbände, 10 Verkehrsbetriebe und 5 Naturparks gemeinsam mit dem Land Tirol auf die Idee zurück. Das Ergebnis: 5 Broschüren (Karwendel, Kaunergrat, Tiroler Lech, Zillertaler Alpen, Ötztal) mit 73 Ein- oder Mehrtägigen Tourenvorschlägen, Anreisemöglichkeiten und Gratistickets. Insgesamt verzeichnet Tirol 11 Mio. Nächtigungen jährlich. Von den Gästen reisen aber nur 5 Prozent mit der Bahn an. Diese Zahl will man nun "pushen" – bis 2020 soll sie mindestens 10 Prozent erreichen.


100.000 Broschüren

Die Auflage beträgt 100.000 Stück und ist in den unterschiedlichen Naturparks oder an Bahnhöfen gratis erhältlich. Obwohl die Idee der WÖFFIS aus mehrerlei Hinsicht zu begrüßen ist, gibt sie Einheimischen einen bitteren Nachgeschmack: Für Touristen gibt es Angebote, die ihnen erlauben die öffentlichen Verkehrsmittel nach der ersten Übernachtung gratis zu nutzen (z.Bsp. TirolWest Card), Einheimische haben hingegen keine derartigen Angebote.


"Davon profitieren alle"

Birgit Bouvier Geschäftsführerin vom Tourismusverband TirolWest ist sich dieser Problematik bewusst: "Über diesen Zustand gibt es immer wieder Kritik seitens der Bevölkerung. Ideal wäre, wenn es auch bei den Gemeinden eine bessere Zusammenarbeit geben würde." Michael Brandl von der Tirol Werbung versucht die Frage zu entschärfen. Seiner Meinung nach, schauen andere Bundesländer neidvoll auf das Tiroler Öffentliche Verkehrsnetz, außerdem sei es auch dem regen Tourismus zu verdanken, dass es so viele Anbindungen gibt: "Davon profitieren die BewohnerInnen allemal", meint er.
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