11.10.2016, 15:00 Uhr

Der "Hochstand" Tirols – tiris wird 25

Manfred Riedl zeichnet für tiris verantwortlich, Freude bei LR Johannes Tratter

Das Tiroler Rauminformationssystem "tiris" geht innovativ in die Zukunft.

TIROL. Vor 25 Jahren, als von "Digital" nur wenige Eingeweihte Wissen hatten, wurden die innovative Datensammlung des Landes gestartet. Heute weist tiris einen einzigartigen Datenpool auf. „Mit den daraus gewonnenen Geoinformationen sowie den praktischen Geodatendiensten ist tiris als Informationsportal sowohl für die Verwaltung als auch für die öffentliche Anwendung unverzichtbar“, erklärt das zuständige Regierungsmitglied LR Johannes Tratter.
Für das Projekt ist DI Manfred Riedl als Leiter der Landessatistik auch für tiris zuständig. "Dieses System ist vergleichbar mit einem Hochstand, von dem aus innovativ ins Land geschaut werden kann," sagt Riedl, der tiris als sein berufliches Lebenswerk sieht.

Offene Daten

Wie innovativ die tiris Datendienste heute genutzt werden können, zeigt eines der neuesten Projekte „Solar Tirol“. Tratter: „Drei Jahre lang wurden Daten erfasst und berechnet, daraus entstand eine umfangreiche Solarkartierung des gesamten Landes."
Heute bietet die Homepage des Landes eine Vielzahl frei zugänglicher Anwendungen, von der Erfassung der Mountainbikerouten bis hin zum Tiroler Kunstkataster oder Neuerungen im Bereich der – ebenfalls kostenlos und frei zugänglichen – Open Government Data.
Pro Tag werden etwa 90.000 Karten online generiert und 4.000 davon als pdf downgeloadet. So arbeitet auch die Bergrettung mit den Geodaten, um Vermisste zu finden.
In vielen laufenden Verwaltungsverfahren auf Landes-, Bezirks- und Gemeindeebene werden Geodaten als fachliche Grundlagen verwendet. "Durch individuelle Bedienung der eingerichteten Web-Kartendienste können alle Verwaltungsmitarbeiter die für ihre aktuelle Aufgabe erforderlichen Geoinformationen erstellen und dokumentieren.

Neu: Elektronische Karte Tirol

Die Öffentlichkeit und die Wirtschaft haben freien Zugang zu den Geodaten von tiris. Mit der Geodateninfrastruktur, bestehend aus Datenpool, Anwendungen und Organisation, steht dem Land, den Gemeinden und insgesamt dem Standort Tirol ein öffentliches Gut zur evidenzbasierten Gestaltung von Gegenwart und Zukunft zur Verfügung.
Im Auftrag des Landes wurde auch eine elektronische Karte Tirol erstellt und im Tourismus-Marketing erprobt. „Neben dem Geodatendienst, der vor allem für Tiroler Tourismus Homepages von Interesse ist, gibt es diese Karte nunmehr auch als Webkarte, sozusagen eine ‚Google Map Tirol‘. Diese Tirolkarte kann ab sofort auf der Homepage des Landes unter www.tirol.gv.at abgerufen werden und ist auch auf mobilen Endgeräte anwendbar“, informiert LR Tratter, der sich auch herzlich für die Arbeit für tiris bei Riedl und dem 25-köpfigen Team herzlich bedankte.

Zeittafel:

• ab 1988 Konzeption und Planung des Informationssystems
• 1990 Regierungsbeschluss unter Alt-LH Alois Partl sichert Personal und
Ausstattung
• 1991 tiris startet in der Abt. Landesplanung mit 5 MitarbeiterInnen
• bis 1995 Phase des Wissensaufbau und der strukturierten Digitalisierung von
Karteninhalten
• ab 1994 Einleitung der Dezentralisierung, weitere tiris-Stationen (Forst, Umwelt,
Bau, später Agrar, Wasserwirtschaft, Zivil- und Katastrophenschutz)
entstehen in der Landesverwaltung, abteilungsübergreifende EDV-Struktur
mit periodischem Datenabgleich wird eingerichtet
• 1995 Geschäftsordnung des tiris zur Zusammenarbeit innerhalb der Landesverwaltung und mit der Abt. Informationstechnik, später Daten-Verarbeitung Tirol DVT GmbH.
• ab 1995 Start des Aufbaus der plangenauen Datensammlung, Gemeinden und Land werden Vertragspartner im Austausch digitaler Informationen für die Raumordnung
• 1996 Gemeindeservice zur raschen Durchführung des Datenaustausches wird eingerichtet, raumbezogenen Daten des BEV, der TIWAG und des Forsttechnischen Dienstes für WLV werden Zug um Zug integriert
• 1997 Einführung des elektronischen Datenservice durch erste Web-Serverdienste, Erstellung einer tiris-Metadatenbank
• seit 1998 Web-Kartendienste des tiris im Intranet und später im Internet verfügbar, Ausbau von themenspezifischen Kartendiensten
• seit 2003 Geodatenverbund der Länder geoland.at ergänzt die regionalen Informationssysteme durch österreichweite Daten und Dienste, später auch durch das INSPIRE-Metadatenportal der Länder sowie durch die elektronische Verwaltungsgrundkarte basemap.at
• seit 2005 Integration von tiris-Geodaten in webbasierte Fachanwendungen der Landesverwaltung: Walddatenbank, Gesundheitsdaten Atlas, Laser- und Luftbildatlas und historische Karten, Nationalpark Hohe Tauern, Kunstkataster, Wildbachbetreuungskonzept, Wasserinformationssystem WIS, Gestattungen, Jagd- und Fischereianwendung, elektronischer Flächenwidmungsplan, Graphen-Integrationsplattform GIP, Breitband-Förderkataster
• 2007 Weiterverwendung öffentlicher Dokumente und Daten (Public Sector Information) durch Private wird per Landesgesetz ermöglicht
• 2008 Einführung des integrativen Web-Kartendienst tirisMaps unter MapAccel
• seit 2010 Die grenzüberschreitende Harmonisierung und Nutzung von öffentlichen Geodaten in Europa (INSPIRE) wird per Landesgesetz in Umsetzung gebracht, Suchdienste für Metadaten (über geoland.at), Darstellungsdienste und Downloaddienste werden eingerichtet
• seit 2011 Aufbau einer regionalen Geodateninfrastruktur für den Standort Tirol, Datenaustauschverträge mit Tiroler Tourismusorganisationen, die elektronische Grundkarte Tirol wird entwickelt und vorrangig im Tourismusmarketing angewendet, die Solarkartierung mit Solarenergiepotenzialen werden erstellt und publiziert
• 2013 Neufassung der tiris-Geschäftsordnung zur Zusammenarbeit in der Landesverwaltung und mit der DVT
• seit 2014 Häufig genutzte Geodatensätze und Geodatendienste des tiris werden über das Open Government Data-Portal des Landes publiziert und stehen kostenfrei zur Verfügung
• 2015 Start der Version 2 des Kartendienst tirisMaps unter WebOffice, ergänzend werden Anwendungen zur spezifischen Bearbeitung von Geodaten im Web entwickelt
• 2016 tiris wird 25 Jahre. Zu diesem Anlass wird die elektronische Karte Tirol publiziert
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