26.04.2016, 11:45 Uhr

Prozess nach Vergewaltigung im Bad vertagt

Schauplatz der Tat: Das Theresienbad in Meidling. (Foto: Wikimedia Commons)

Der mutmaßliche Täter, ein 20-jähriger Iraker, zeigt sich geständig. Die Verhandlung wird voraussichtlich im Juni fortgesetzt.

MEIDLING. Am Dienstag hat der Prozess gegen jenen 20-jährigen irakischen Asylwerber, der Anfang Dezember einen 10-jährigen Buben im Meidlinger Hallenbad Theresianbad vergewaltigt haben soll, begonnen. Der mutmaßliche Täter hat das Opfer im Bad über seinen Begleiter, einen 15-Jährigen, kennengelernt, in eine WC-Kabine gesperrt und dort vergewaltigt. Das Opfer hat sich nach der Tat an einen Bademeister gewandt, der Bub musste im Krankenhaus behandelt werden.

In seiner Einvernahme vor Prozessbeginn hat sich der Angeklagte geständig gezeigt und laut ORF von einem riesigen Fehler gesprochen. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. Der Prozess musste trotzdem vertagt werden: Der Richter wartet das Ergebnis eines Gutachtens ab - mit dem soll geklärt werden, ob die posttraumatische Belastungsstörung des Opfers so schwer ist, dass schwere Körperverletzung vorliegt. In diesem Fall würde der Strafrahmen 15 Jahre betragen.

Der Prozess wird voraussichtlich im Juni fortgesetzt. Im Zuge der Verhandlung wird auch die Videoaufnahme der Einvernahme des Opfers gezeigt, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Bei der heutigen Verhandlung waren auch Angehörige des Opfers anwesend.

Mehr Kontrollen in den Wiener Bädern

Wohl auch als Reaktion auf diese Tat hat die Stadt vor kurzem ein 10-Punkte-Programm für höhere Sicherheit in den Wiener Bädern vorgestellt. Darin heißt es unter anderem, dass Bereiche wie Umkleidekabinen und WC-Anlagen von den Mitarbeitern intensiver kontrolliert werden sollen. Außerdem wird in großen Bädern ein stiller Alarm installiert, mit dem über die Rathauswache die Polizei verständigt werden kann. Polizisten dürfen gratis baden gehen, wenn sie im Ernstfall unterstützen.
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