17.03.2016, 13:02 Uhr

Übergriffe in Wiener Hallenbädern haben sich verdreifacht

Im Hütteldorfer Bad kam es zu Übergriffen von Jugendlichen. (Foto: PID)

Statt drei Mal im Jahr kommt es zu neun Übergriffen pro Jahr. Die Wiener Bäder reagieren mit Maßnahmenkatalog und Gratis-Eintritt für Polizisten.

WIEN. Die Freibädersaison rückt immer näher. Jetzt erarbeiten die Polizei und die Wiener Bädermanager ein Maßnahmen-Paket, um Übergriffe einzudämmen. Unter anderem ist zum Beispiel Gratis-Eintritt für Wiener Polizisten geplant.

Der Grund dafür sei laut MA44 (Wiener Bäder), dass die Angst in Wien vor Übergriffen und Belästigungen steigen würde. Diese seien tatsächlich gestiegen, auch wenn es nach wie vor zu wenigen Vorfällen komme. „Für die Sommerbäder liegen noch keine Zahlen vor“, sagt Martin Kotinsky, Sprecher der städtischen Wiener Bäder. „Aber in den Hallenbädern haben sich die Übergriffe verdreifacht.“ Statt drei Vorfällen im Jahr käme es jetzt zu drei Vorfällen alle vier Monate - Diebstähle nicht mitgerechnet.

Den Vorwurf, dass Asylwerber an diesem Anstieg Schuld seien, kann Kotinsky nicht bestätigen. „Im Hütteldorfer Bad waren die Täter deutsch-sprachige Jugendliche. Oder im Amalienbad war es ein 50-jähriger Urwiener.“ Die meisten Vorfälle ereigneten sich im Hütteldorfer Bad.

Hinweisschilder und mehr Polizei

Die genauen Maßnahmen werden in den kommenden Wochen gemeinsam mit der Polizei und der Kinder- und Jugendanwaltschaft erarbeitet. Hinweisschilder mit Symbolen, die auch für nicht-deutschsprachige Badegäste verständlich seien, sind angedacht.

Durch den Gratis-Eintritt für Polizisten erhofft man sich an heißen Tagen mehr als 100 Polizisten in den Bädern. Ein Polizist, der in der Freizeit baden geht, hat allerdings nicht die gleichen Rechte wie ein Polizist im Dienst. „Er kann die Täter mit angemessenen Mitteln festhalten und die Polizei kontaktieren“, erklärt Jurist Daniel Ennöckl. „Aber das darf jede andere Zivilperson auch.“ Umgehen könnte man das eventuell mit Bereitschaftsdienst und einer internen Regelung bei der Polizei.

Für Kotinsky stehe aber ohnehin das subjektive Sicherheitsgefühl der Badegäste im Vordergrund, das durch mehr Polizei erhöht werden würde. Und: „Die Polizisten können schon aufgrund ihrer Erfahrung deeskalierend wirken.“
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