29.08.2016, 10:26 Uhr

Unterwegs mit den Roten Nasen: Den Schmerz kurz wegblödeln

Um eine rote Nase reicher: Dominik (6) nach dem Besuch der Clowndoctors.

Wie sieht die Arbeit der Rote Nasen aus? Auf Visite mit den Clowns Olga Oberwichtig und Rudi Rucola im SMZ Ost. Plus: Gewinnen Sie ein Runtastic Sports Armband für das Smartphone für den Rote Nasen Lauf.

Dominik klammert sich an seine Plüschschildkröte. Er ist sechs Jahre alt und liegt derzeit im Spital SMZ Ost. Er sieht so aus, wie Kinder immer aussehen im kalten Neonlicht eines Krankenhauses: ein bisschen verloren und noch ein bisschen kleiner als sonst.

Das ändert sich aber schlagartig, als er Besuch von Rudi Rucola und Olga Oberwichtig bekommt. Die beiden gehören zu den Clowndoctors der Roten Nasen und finden gleich einen Zugang zu Dominik. Als Rudi Rucola nach mehrmaligen Versuchen das Wort "Assistent" nicht richtig aussprechen kann und von seiner Partnerin mit Augenverdrehen bedacht wird, springt ihm der Sechsjährige zu Hilfe. Ab da läuft es und es wird ein Zusammenspiel zwischen den Clowns und Dominik. Mit viel Gelächter. Und nicht einmal die Plüschschildkröte muss noch Sicherheit spenden.

Aus Berufung

Clown zu sein ist nicht nur ein Job, man muss ihn richtig leben. Schon bevor es in die Krankenzimmer geht, sind die beiden Schauspieler darum in ihre naiv-dümmliche Rolle geschlüpft. Die Begrüßung dauert mehrere Minuten, weil Rudi Rucola bei Erwähnung der Wiener Bezirkszeitung versucht, alle Bezirke mit den Fingern abzuzählen. Erfolglos übrigens.

Was in den Zimmern passiert, ist immer spontan und auf die Patienten angepasst. Bei der zehnjährigen Laura wird etwa viel mit Slapstick gearbeitet, wenig später wird ein circa zweijähriges Mädchen mit einem Seifenblasen-spuckenden Schwein bespaßt.

Nach der Visite nehmen die beiden Clowns die Nasen ab und werden wieder zu Massimo Rizzo und Natascha Shalaby. Seit 2008 sind die beiden schon als Duo unterwegs. Sowohl bei Kindern als auch in der Geriatrie. Während man Kinder oft nur einmal sieht, besucht man Senioren oft jahrelang. Das macht es nicht unbedingt einfacher. Gestern sei zum Beispiel die 82-jährige Rosi gestorben, erzählt Rizzo. "Ich war jahrelang dort. Gestern war dann schon ein neuer Patient in ihrem Zimmer, aber ich habe es nicht geschafft, reinzugehen. Das war meine Art, mich von ihr zu verabschieden."

"Dass ein Kind gestorben ist, ist uns Gott sei Dank noch nicht passiert", sagt Shalaby. "Das wäre noch schlimmer." Für solche Fälle werden Supervisionen für die Clowns angeboten. Aber generell versuche man, abends mit dem Clownkostüm auch die Belastung abzulegen.

Die Oberschwester kommt vorbei. "Gerade hat mir eine Kollegin gesagt, dass die Arbeitstage immer besser sind, wenn ihr da seid. Nicht nur für die Patienten, auch für uns."

"Übrigens hat Massimo heute Geburtstag", raunt ihr Shalaby zu. "Darum hat meine Frau gefragt, ob ich heute zu Hause bleiben will", sagt Rizzo nach den obligatorischen Glückwünschen. "Aber am Geburtstag soll man das machen, was man liebt. Und genau das mache ich."

Gewinnspiel zum Rote Nasen Lauf

Mit der Teilnahme am Rote Nasen Lauf wird die Arbeit der Clowndoctors unterstützt. Er findet am 11. September im Prater statt. Ob laufend, spazierend, hüpfend oder am Rollator, ist egal. Hier zählt nicht die Schnelligkeit, sondern der Spaß. Die Startgebühr für Erwachsene beträgt 12 Euro, für Kinder ab 6 Jahren 4 Euro. In den kommenden Wochen finden Läufe in ganz Österreich statt. Anmelden kann man sich unter www.rotenasenlauf.at

Wir verlosen ein Runtastic Sports Armband für das Smartphone, eine Runtastic Jahresmitgliedschaft sowie 20 Rote Nasen Lauftaschen und rote Nasen. Einfach klicken und gewinnen.

Die Aktion ist bereits beendet!

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