22.06.2016, 17:00 Uhr

Vorplatz Schönbrunn: Hietzing begehrt gegen die Stadt auf

Neue Pläne für das Vorfeld: weniger Busparkplätze, eine Tiefgarage für Pkw verlegt, mehr freier Grünraum. (Foto: Wehdorn Architekten)

Hietzing präsentiert ein eigenes Konzept für den Umbau des Schloss-Vorfeldes: weniger Beton, neuer Park und Absenkung der Busparkplätze nach spanischem Vorbild.

HIETZING. Silke Kobald ist sauer: "Das Weltkulturerbe Schönbrunn hat mehr verdient, als die derzeit geplante phantasielose Parkplatzwüste", so die Hietzinger Bezirksvorsteherin. Hintergrund: 72 Busparkplätze und 230 mit einer Photovoltaikanlage überdachte Pkw-Parkplätze sollen durch Umbau des Parkplatzes vor dem Schloss entstehen.

Möglich macht dies eine Flächenumwidmung der Stadt Wien. Der Bezirk stellt sich nun geschlossen gegen die Pläne der Stadt – und präsentiert im Gegenzug seine eigenen. Ausgearbeitet wurden diese zusammen mit dem Wiener Architekten Manfred Wehdorn – unter anderem verantwortlich für die Restaurierung der Gasometer und von Schloss Neugebäude.

Die Eckpunkte für den Umbau:

• Barcelona als Vorbild: Der Busterminal soll um 1,5 Meter abgesenkt werden. So sollen die die Busse so wenig wie möglich in Erscheinung treten.
• Für Autos soll unter dem Bus-Parkplatz eine Garage errichtet werden – möglichst nahe zum Eingang.
• Der Weg von der U4-Station Schönbrunn zum Schloss hin soll verkehrsfrei werden.
• Anstelle des ehemaligen Union-Sportzentrums soll ein Park errichtet werden – als Zusatz könnte sich Kobald einen Fußball-Käfig oder einen Skate-Park vorstellen.
• Mehr Grün: Der Coudenhove-Parks entlang der Wienzeile Richtung Rudolfsheim-Fünfhaus soll als Grünzone weitergeführt werden.

Weiter Gespräch mit Stadt suchen

Das Ziel des Bezirks: „Ich wünsche mir eine offene Diskussion, bei der die Verantwortlichen von Schönbrunn, der Stadt und Experten gemeinsam mit dem Bezirk an einem Tisch sitzen. Es handelt sich nicht um den Parkplatz eines Einkaufszentrums, sondern um eine der historisch bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Europas“, sagt Kobald.

Gespräche mit den Verantwortlichen des Schlosses haben bereits stattgefunden, hier habe man sich gemeinsam auf ein "Nachdenken" betreffend der Umgestaltung geeinigt, so Kobald. Ein Termin mit der Stadt Wien sei zwar kurzfristig abgesagt worden. Entmutigen lassen wolle man sich davon aber nicht, so die Hietzing-Chefin.

Hintergrund:

Bericht: Bezirk boykottiert Pläne für Schönbrunn-Vorfeld
Interview: Umweltexperte Bruno Domany und Architekt Erich Raith über das Vorfeld Schönbrunns
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