17.06.2016, 10:39 Uhr

Bundesheer übte für Assistenzeinsätze

Übung für den Ernstfall: Die gewaltbereiten Demonstranten ging auch mit Stöcken auf die Sperrkette der Soldaten los.

Soldaten der Landecker Pontlatzkaserne übten in Imsterberg realitätsnah den Ernstfall und stellten sich gewaltbereiten Demonstranten.

IMSTERBERG/LANDECK (otko). Beim TIWAG-Kraftwerk in Imsterberg ging es vergangenen Donnerstag heiß her. Soldaten der Pontlatzkaserne Landeck hatten mit Schutzschilden und Schlagstöcken Aufstellung genommen, um das Kraftwerk vor gewaltbereiten Demonstranten zu schützen. Parolen wie "Battlegropu go away", "Ohne Schild und ohne Stock seit ihr nichts" oder "Grundwehrdiener überbezahlt" war auf Transparenten der Demonstranten zu lesen und wurde lautstark skandiert. Auch übelste Beschimpfungen in Richtung der Soldaten waren zu hören. Schlussendlich ging die aufgebrachte Menge, die teils mit Brustpanzern, Helmen und Stöcken bewaffnet war, auf die Soldaten los. Zum Schluss flogen Wasserbomben und nach einer simulierten Buttersäureattacke löste sich die Demo schließlich auf. Zur Dekonterminierung war der ABC-Zug aus Absam vor Ort.
Das Rollenspiel, dass die Soldaten – Grundwehrdiener, Milizsoldaten und kaderpersonal – hier so realistisch wie möglich übten, kann aber jederzeit Realität werden. Bei den Domostrationen am Brenner und in Spielfeld kam es zu Ausschreitungen von gewaltbereiten Demonstranten, bei denen auch Steine in Richtung der Sicherheitskräfte geworfen wurden.

Intensive Vorbereitung

"Wir üben hier aktuelle sicherheitspolizeiliche Dinge, die für einen Assistenzeinsatz wichtig sind. Viele Kadersoldaten war bei den Ausschreitungen in Spielfeld dabei und wir bringen diese Eindrücke in die Ausbildung ein", erläuterte Kompaniekommandant Hauptmann Simon Gamper den Hintergrund. Sollte die Polizei das Bundesheer zum Assistenzeinsatz an den Brenner bzw. nach Nauders rufen, dann müssen die Soldaten auf solche Szenarien bestmöglich vorbereitet sein.
Insgesamt sechs Wochen an spezieller Ausbildung standen für die 42 Grundwehrdiener auf dem Programm. Neben der Ersten Hilfe unter Gefechtsbedingungen stand auch das Überwältigen von gewaltbereiten Demonstranten sowie das Anlegen von Handschellen auf dem Programm.
"Das Tiroler Bundesheer steht derzeit aber nicht im Einsatz, aber wir stehen Gewehr bei Fuß sollte sich die Lage am Brenner verändern", betonte Oberst Willi Tilg.

Objektschutz geübt

Die ganze Woche trainierte die 2. Jägerkompanie des Jägerbataillons 23 aus Landeck den Objektschutz beim TIWAG-Kraftwerk. Verschiedenste Szenarien wurden geübt, wobei sich das Bundesheer für das Entgegenkommen des Landesenergieversorgers bedankt. "Wir haben das sensible Objekt nicht nur vor Waffengewalt, sondern auch vor gewaltbereiten Demonstranten zu schützen", so Gamper.
Das Übungsszenario war, dass eine EU-Kamptruppe (Battlegroup) unterstützt von Österreich durch Tiro marschiert um eine Friedensmission im "Highland" durchzuführen. Die In Tirol ansässigen "Highlander" demonstrierten dagegen. Allerdings geriet die angemeldete Demonstration bald aus dem Ruder. Angestachelt von Rädelsführern gingen die anfangs freiheitlichen Demonstranten auf die Sperrkette der Soldaten los. "Die Demonstranten wollen die Soldaten natürlich provozieren und hier ist es besonders wichtig, dass alle die Nerven behalten. Von Seiten des Bundesheers geht keine Aggression aus", erklärte Gamper.
Allerdings ist es von Seiten der Politik im Moment nicht vorgesehen, dass bei solchen Einsätzen Grundwehrdiener in der ersten Reihe stehen. "Wir waren gut vorbereitet und hatten keine Angst. Es ist aber etwas, das man nicht erleben möchte", resümierten die Grundwehrdiener Christoph Müller, Oliver Ruetz (beide aus Imst) und Maximilian Ribis (Pettnau).
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