15.04.2016, 10:03 Uhr

"Die Anspannung ist jedes Mal groß"

Einsatzbereitschaftsdienst: Die ASFINAG-Mitarbeiterin Regina Hofer ist speziell für Einsätze im Arlbergtunnel ausgebildet.

Feuerwehrfrau Regina Hofer ist neben ihrer Tätigkeit in der Maustelle St. Jakob beim Einsatzbereitschaftsdienst des Arlbergtunnels tätig.

ST. ANTON (otko). Das erklärte Ziel der ASFINAG ist die größtmögliche Sicherheit im Tunnel. Dafür investiert die ASFINAG in den kommenden Jahren kräftig in die Tunnel auf den Autobahnen und Schnellstraßen. Allein in die Sanierung und technische Aufrüstung des Arlbergtunnels werden bis 2017 160 Millionen Euro investiert. Dazu kommt noch der Bau der 2. Röhre des Perjentunnels, der sich mit 147 Millionen Euro zu Buche schlägt. Das Ziel ist, bis 2019 die Tunnel auf den technisch letzten Stand zu bringen und durch den Einsatz von innovativen Lösungen sogar darüber hinaus. Bewusstseinsbildung ist zusätzlich ein wesentlicher Bestandteil jedes Sicherheitspaketes.

Einzigartig in Österreich

Neben den Portalfeuerwehren gibt es beim Arlbergtunnel einen eigenen Einsatzbereitschaftsdienst. "In dieser Form ist er einzigartig in Österreich und eine Besonderheit des Arlbergtunnels. Der Einsatzbereitschaftsdienst ist gesetzlich nicht verordnet sondern eine zusätzliche Sicherheitseinrichtung für den längsten Straßentunnel Österreichs", erläutert ASFINAG-Sprecher Alexander Holzedl. In Abstimmung mit den Ländern wurde der Einsatzbereitschaftsdienst von der ASFINAG eingerichtet. Allen voran stellt Holzedl aber klar, dass es sich dabei aber um keine Portalfeuerwehr handelt. "Mit den Feuerwehren ist alles abgestimmt und der Einsatzbereitschaftsdienst ist keine Konkurrenz", ergänzt der ASFINAG-Sprecher.
Wenn etwas im Tunnel passiert sind die speziell ausgebildeten ASFINAG-Mitarbeiter schnell vor Ort und leisten die notwendige Arbeit bis zum Eintreffen der Portalfeuerwehren. "Diese Mitarbeiter, die in der Maut oder bei der Straßenmeisterei tätig sind, haben eine Feuerwehr- und Atemschutzausbildung. Rund um die Uhr sind drei Personen in Bereitschaft. Wenn etwas passiert sind sie mit ihrem Spezialfahrzeug die ersten an der Front", erklärt Mautstellenleiter Stefan Zangerle.

Körperlich fit sein

Beim Einsatzbereitschaftsdienst steht auch Regina Hofer ihren Mann. Die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern ist seit 2007 in der Mautstelle St. Jakob tätig. Dort arbeitet sie unter anderem als Mautnerin, als Straßenaufsichtsorgan und im Enforcemenet. "Als Frau habe ich die Chance bekommen eine Feuerwehrausbildung zu machen, darunter auch im schweren Atemschutz und mit dem Bergegerät. Es gilt körperlich fit zu sein und dies wird regelmäßig getestet. Dazu gibt es ständig Kurse und Übungen", erzählt Hofer. Bisher hatte sie als Ersthelferin allerdings nur kleinere Unfälle, wie einen Reifenbrand bei einem LKW, zu bewältigen. "Es gilt jederzeit bereit zu sein und natürlich ist die Anspannung jedes Mal groß. Es ist nicht ohne, was wir hier machen. Wenn die Sirene geht, dann rücken wir aus", weiß Hofer. Die Einsätze werden von der Tunnelwarte aus koordiniert und alle sind per Funk miteinander verbunden.

Realistische Übungen

Zusammen mit den Tiroler Feuerwehren wird der Einsatzbereitschaftsdienst des Arlbergtunnels an der Landes-Feuerwehrschule Tirol in Telfs ausgebildet. Im österreichweit einzigen Übungstunnel kann das Vorgehen im Tunnel, die Suche nach vermissten Personen uvm. in realistischer Umgebung trainiert werden. Zusätzlich zu Ausbildung und Training ist die Ortskenntnis im Tunnel für die Einsatzkräfte von großer Bedeutung. Dazu finden regelmäßig Übungen im Arlbergtunnel statt.
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