23.03.2016, 11:14 Uhr

Landeck: Polizei klärte 1.437 Straftaten

BPK Werner Hauser (re.) und Stv. Enrico Gabl: "Landeck ist ein sicherer Bezirk."

Eine Einbrecherbande verübte 40 Straftaten im Paznaun. Die Zahl der Suchtmitteldelikte ist stark. Insgesamt ist die Zahl der angezeigten Straftaten um 0,5 Prozent gestiegen – Steigerung bei der Aufklärungsquote.

LANDECK (otko). Insgesamt wurden im Jahr 2015 im Bezirk Landeck 3.932 Delikte registriert bzw. gelangten bei der Polizei zur Anzeige. Gegenüber dem Vorjahr ist hier eine Steigerung von 18 Delikten (+0,5 Prozent) zu verzeichnen. Insgesamt konnten von den 106 Beamten in den sieben Polizeiinspektionen 1.437 Delikte aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote ist gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014 um 1,6 Prozent gestiegen und liegt bei 36,5 Prozent.
"Wenngleich Einfluss organisierter Eigentumskriminalität – vornehmlich organisierte Eigentumskriminalität auch im Bezirk Landeck immer wieder spürbar ist, bleibt der Bezirk nach wie vor von Schwerkriminalität jeglicher Art in hohem Maße verschont und kann daher grundsätzlich als sehr sicherer Bezirk bezeichnet werden", betont Bezirkspolizeikommandant Werner Hauser. Die Anzahl bei den insgesamt angezeigten Delikten ist im Vergleich zum Vorjahr gleichbleibend.

Einbruchsserie im Paznaun

"Bei der Beurteilung der Einbruchskriminalität ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung festzustellen. Dabei sind alleine annähernd 40 Delikte einer Einbruchserie im Paznaun im April 2015 zuzuordnen", berichtet Kriminalreferent und BPK Stv. Enrico Gabl. Damals durchbrachen die osteuropäischen Täter eine Straßensperre am Talausgang und konnten trotz einer Großfahndung fliehen. Schließlich klickten in Italien die Handschellen. "Die Straftaten sind in der Zwischenzeit geklärt und die Täter sitzen in Haft", so Gabl.
In den Jahren 2005 bis 2009 gab es noch ca. 140 Delikte im Jahresschnitt, 2010 wurde mit 96 Straftaten erstmals die Hunderter-Marke unterschritten. 2015 wurden 128 Delikte (2014: 102 Delikte) verzeichnet. "Gerade Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Einfamilienhäuser beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sehr wesentlich. Der Anteil solcher Delikte, die im Herbst 2015 großteils geklärt werden konnten, ist im Bezirk Landeck mit weniger als 10 Prozent der gesamten Einbruchskriminalität sehr nieder", verweist Hauser.
Erfreulich sei zudem ein starker Rückgang bei den Anfallszahlen der Sachbeschädigungen insgesamt und speziell auch bei den unterschiedlichen Begehungsformen durch Vandalismus. 2015 wurden 206 Delikte (2014: 297) verzeichnet.

Keine steigende Kriminalität

Im Bezirk Landeck sind derzeit in insgesamt zwölf Asylunterkünften annähernd 240 Flüchtlinge/Asylwerber untergebracht. "Die Kriminalitätsentwicklung im Zusammenhang mit steigenden Flüchtlingszahlen ist immer wieder Thema öffentlicher Diskussionen. Dazu wird angeführt, dass im Bezirk Landeck ganz vereinzelt Delikte – Eigentumsdelikte und auch Tätlichkeiten im zwischenmenschlichen Bereich – registriert werden. Eine negative Entwicklung oder Häufung von Deliktzahlen mit Bezug rein auf diese Personengruppe ist jedoch derzeit nicht feststellbar", stellt die Landecker Polizeiführung klar.

Dauerbrenner Skidiebstähle

Das Thema Skidiebstähle beeinflusst nach wie vor die Aufklärungsquote negativ. 1.272 Delikte wurden 2015 aktenkundig – 2014 waren es noch 1.341. Die Anfallszahlen beim Diebstahl von Schi/Snowboard/Zubehör sind rückläufig. "Trotzdem haben diese Massendelikte in unserem Bezirk, wobei die Klassifizierung zwischen tatsächlichen Diebstählen, Versicherungsbetrugshandlungen und ganz einfach Verwechslungen sehr schwierig ist, nach wie vor aufgrund der sehr hohen Anfallszahlen – speziell im Hinblick auf die Aufklärungsquote – einen sehr negativen Einfluss auf die gesamte Kriminalstatistik", so Hauser.
Gerade während der Wintermonate sind speziell ausgebildete Alpinpolizisten des Bezirkes Landeck vorwiegend mit der Aufnahme und Bearbeitung von Unfallereignissen auf den zahlreichen Schipisten und im alpinen Gelände des Bezirkes beschäftigt. Die Anfallszahlen bei den Alpinunfällen Sommer/Winter mit 697 sind im Vergleich zum Vorjahr etwa gleichbleibend. Insgesamt 15 Todesfälle wurden verzeichnet, davon sechs Lawinentote. "Auffallend dabei sei der nach wie vor hohe Anteil an Fahrerfluchtfällen bei Schi-Kollisionsunfällen mit Verletzungsfolgen in unseren Schigebieten", so Hauser.
Sehr erfreulich ist auch ein spürbarer Rückgang bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden von 198 (2014) auf 167. Daraus ergibt sich auch eine wesentliche Verminderung bei den verletzten Personen von 256 (2014) auf 188. Die Zahl der Verkehrstoten hat sich von sechs auf drei reduziert.

Höheres Niveau

"Die leicht gestiegenen Anfallszahlen von 852 auf 891 bei der Deliktsgruppe 'Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben' sind auf nach wie vor hohe Anfallszahlen bei Schi-Kollisionsunfällen und Alpinunfällen zurückzuführen", so Gabl. Bei den vorsätzlichen Gewaltdelikten – Körperverletzungen nach §§ 83/84 StGB gegenüber dem Vorjahr doch wieder eine merkliche Steigerung festzustellen.
Betrugsdelikte sowie Missbrauch mit elektronischen Medien (Internet) sind im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleichbleibend.
Die Anfallszahlen bei der Deliktgruppe „Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung“ sind im Vergleich zum Vorjahr mit 18 gleichbleibend. Bei der Deliktsgruppe „Strafbare Handlungen gegen die Sicherheit des Geldverkehrs“ – zumeist Besitz/Weitergabe gefälschter Banknoten – sind die Anfallszahlen im vergangenen Jahr stark gestiegen. "Vielfach werden derartige Delikte erst bei der automationsunterstützten Prüfung der Banknoten in den Geldinstituten bekannt, weshalb hier die Ermittlungstätigkeit der Polizei sehr erschwert ist", erklärt Gabl.


Mehr Suchtmitteldelikte

Die angezeigten Suchtmitteldelikte sind im Bezirk Landeck im Vergleich zum Vorjahr stark steigend. 2015 wurden 285 Delikte angezeigt – 2014 waren es 189. "Aus der Sicht des Bezirkspolizeikommandos Landeck nicht unbedingt ein Indiz für vermehrten Suchtmittelkonsum im Bezirk Landeck, sondern vielmehr das Ergebnis konsequenter und erfolgreicher Arbeit der spezialisierten Ermittlungsbeamten der Polizeiinspektionen", betont Hauser abschließend.
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