24.03.2016, 09:10 Uhr

Schallerbach: Neuer Schutzdamm bis Ende Mai

Fertigstellung bis Ende Mai: Die Bauarbeiten an der neuen Geschiebesperre schreiten zügig voran.

Die Arbeiten an der Geschiebesperre haben wieder begonnen. Im Mai sollen die Spendengelder an die Murenopfer ausbezahlt werden.

SEE/KAPPL (otko). Im Juni 2015 sorgte der Schallerbach für Angst und Schrecken in den Ortsteilen Gries und Elis (Gemeinde See) sowie im Weiler Schaller (Gemeinde Kappl). Rund 100.000 Kubikmeter Gestein und Schlamm brachte der Wildbach ins Tal. 70 Häuser wurden damals bei der Murenkatastrophe beschädigt und es entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe.
Die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) startete nach den Aufräumarbeiten umgehend mit Sofortmaßnahmen. In kürzester Zeit wurde unter Einbindung der betroffenen Bevölkerung ein neues Schutzprojekt erarbeitet und mit dem Bau begonnen. Herzstück der Verbauung ist das erweiterte Geschiebeablagerungsbecken mit einem Fassungsvermögen von 45.000 Kubikmetern. Die Umsetzung der weiteren Maßnahmen ist bis zum Jahr 2025 geplant. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 12,5 Millionen Euro. Finanziert wird das Gesamtprojekt von Bund, Land Tirol, den Gemeinden See und Kappl sowie den Landesstraßen Tirol.

Steirische Hilfe

Nach einer sehr kurzen Winterpause von rund zweieinhalb Monaten wird seit Anfang März wieder auf der Baustelle gearbeitet. "Neben unserer heimischen Partie sind auch wieder acht WLV-Arbeiter aus der Steiermark vor Ort. Bereits im vergangenen Herbst hat uns dieses steirische Partie unterstützt", berichtet Gebietsbauleiter DI Gebhard Walter. Derzeit wird an der Hauptsperre emsig an der Geschiebesperre armiert und betoniert. Das Hauptbauwerk soll laut Walter bis Anfang Juni – pünktlich zur Murensaison – fertig gestellt werden. Geplant sind zudem Arbeiten am Gerinne unterhalb der Mauer sowie die Einbindung des neuen Erschließungsweges in das Geschiebebecken.
Im Mittellauf des Schallerbaches werden bis 2025 zehn Konsolidierungssperren realisiert, die das Geschiebe binden sollen. Dafür wurde bereits im vergangenen Jahr ein neuer Erschließungsweg im Kirchwald gebaut. Auf diesen wird laut Walter als Tragschicht, das zertifizierte Material der alten Sperre, die im Februar abgebrochen wurde, aufgebracht. "Heuer werden am Schallerbach insgesamt 2,2 Millionen Euro verbaut. Im vergangenen Jahr wurden 2,5 Millionen Euro investiert", erläutert Walter.

Wiederaufbau geht voran

Äußerst zufrieden mit dem Baufortschritt zeigt sich auch der Seer Bgm. Anton Mallaun: "Das neue und größere Geschieberückhaltebecken bringt größtmögliche Sicherheit." Fünf Häuser mussten nach der Murenkatastrophe abgetragen werden. "Zwei Häuser stehen bereits im Rohbau. Zwei weitere Familien haben bereits mit dem Bau begonnen bzw. den Aushub gemacht", weiß Mallaun. Zug um Zug sollen nun auch die noch ausständigen Reparaturen an der Infrastruktur (Oberflächenentwässerung, Straßenbeleuchtung, Asphaltierungsarbeiten) umgesetzt werden. "2015 hat die Gemeinde zusätzlich 250.000 Euro an Ausgaben aus dem Budget bestreiten müssen. Auch heuer fällt eine ähnlich hohe Summe an", betont Mallaun.

Spendengelder

Nach einer Welle der Hilfsbereitschaft ist es bei den Spendengeldern aber etwas ruhiger geworden. "Vereinzelt kommen noch Spenden, wie zuletzt aus einem Benefizkonzert des Kammerchors Innsbruck. Aufgrund der Gemeinderatswahlen wurde mit der Auszahlung der Spendengelder aber bewusst gewartet", verweist Mallaun. Ein Gremium bestehend aus dem Dorfchef, der Amtsleiterin, dem Finanzverwalter und einem Vertreter des Landes, wird die Gelder im Mai an die Murenopfer verteilen.
"Jeder Sachschaden wurde genau dokumentiert und dadurch erhöhen wir die Treffsicherheit. Die Spendengelder werden zu 100 Prozent ausgeschüttet", erklärt Mallaun. Möglich wurde diese späte Auszahlung, weil die Bank den Betroffen ein zinsloses Darlehen bis Jahresende gewährt hat.
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