18.07.2016, 09:10 Uhr

Liste Fritz fordert 365-Euro-Ticket

365-Euro-Jahresticket: Liste Fritz-Klubofrau Andrea Haselwanter-Schneider fordert die Einlösung des Versprechens der schwarz-grünen Landesregierung.

Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider kritisiert die hohen Preise für ein Öffi-Jahresticket nach Innsbruck.

LANDECK (otko). Den öffentlichen Verkehr und insbesondere die Einführung des 365-Euro-Jahrestickets hat sich die Liste Fritz – Bürgerforum Tirol im Rahmen ihrer Sommertour auf die Fahnen geheftet. Bei einem Pressetermin in Landeck kritisierte Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider die schwarz-grüne Regierung, die ihr Versprechen bisher nicht umgesetzt hat. "Insbesondere die Grünen haben im Wahlkampf 2013 die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets versprochen und auch im schwarz-grünen Koalitionsabkommen wurde es im gleichen Jahr als Ziel festgeschrieben", so Haselwanter-Schneider. Trotz mehrere Initiativen der Opposition wolle die Landesregierung nichts mehr davon wissen. "Seit 2008 gibt es Bestrebungen seitens der Liste Fritz. Unser Antrag im Juni-Landtag wurde dahingehend so verändert, dass von einem 365-Euro-Ticket keine Rede mehr ist. Die Landesregierung muss jetzt ihr Versprechen einlösen, das ist den WählerInnen schuldig", beharrt die Klubobfrau.
Ihre Kritik an den derzeitigen hohen Kosten für ein Öffi-Jahresticket untermauerte sie schwarz auf weiß mit Zahlen, wie viel ein Arbeitnehmer und ein Student derzeit berappen müssen, wenn sie „öffentlich“ von Landeck, Pians, St. Anton am Arlberg oder Galtür nach Innsbruck fahren. Mit Kernzonenzuschlag hat ein Arbeitnehmer für das Öffi-Jahresticket von Landeck nach Innsbruck 1.763 Euro zu löhnen, ein Student immer noch satte 619 Euro. Von St. Anton am Arlberg bzw. Galtür sind es für den Arbeitnehmer gar 1.903 Euro bzw. 1.955 Euro.

Stärkung für ländlichen Raum

Als Vorzeigebeispiele in Sachen 365-Euro-Jahresticket nannte Haselwanter-Schneider die Bundesländer Vorarlberg und Wien. "Seit der Einführung gibt es in diesen Ländern einen regelrechten Boom bei den Nutzern. In Vorarlberg, das ähnliche topografische Voraussetzungen wie Tirol hat, gibt es in zwei Jahren einen Zuwachs von 34 Prozent", verweist die Klubobfrau.
Gerade im Bezirk Landeck mit seinen hohen Lebenskosten und niedrigen Einkommen sei ein Ticket notwendig, mit dem man um einen Euro pro Tag alle öffentlichen Verkehrsmittel in Tirol nutzen könne. "Wenn die Leute über günstige Tickets verfügen, dann bleiben sie in ihren Regionen wohnhaft und umso weniger drängt die Bevölkerung in die teuren Städte und Ballungsräume", unterstreicht Haselwanter-Schneider. Zudem seinen auch Menschen mit niedrigem Einkommen in Sachen Mobilität auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. "Es müssen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Das Geld ist da, aber es fehlt der politische Wille. Hier hat die schwarz-grüne Landesregierung eine Chance den ländlichen Raum zu stärken", so Haselwanter-Schneider. Im Vorfeld der Landtagswahl erwartet sie für 2017 irgendein "Zuckerl" in Form einer Tarif-Senkung.
„Jeder Tag ohne das politisch versprochene 365-Euro-Öffi-Jahresticket ist ein Tag zum Schaden der Landecker, da sie täglich drauf zahlen“, stellte Haselwanter-Schneider klar.
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