16.08.2016, 23:50 Uhr

Wider eine falsche Sicherheit

Christentum ist die Religion der Liebe – in der Tat! (Foto: Pia Zanetti Caritas Schweiz)

- Gedanken zum Sonntagsevangelium ---

Auf seinem Weg nach Jerusalem zog Jesus
von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf
und lehrte.
Da fragte ihn einer:
Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?
Er sagte zu ihnen:
Bemüht euch mit allen Kräften,
durch die enge Tür zu gelangen;
denn viele, sage ich euch,
werden versuchen hineinzukommen,
aber es wird ihnen nicht gelingen.
Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt,
dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft:
Herr, mach uns auf!
Er aber wird euch antworten:
Ich weiß nicht, woher ihr seid.
Dann werdet ihr sagen:
Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken,
und du hast auf unseren Straßen gelehrt.
Er aber wird erwidern:
Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid.
Weg von mir,
ihr habt alle Unrecht getan!
Da werdet ihr heulen und mit den Zähnen knirschen,
wenn ihr seht,
dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten
im Reich Gottes sind,
ihr selbst aber ausgeschlossen seid.
Und man wird von Osten und Westen
und von Norden und Süden kommen
und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.
Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein
und manche von den Ersten die Letzten. (Lk 13,22-30)

Wie also ist das mit dem letzten Ziel?
Jesus spricht gerne vom himmlischen Festmahl, von der Hochzeit, vom Tisch an dem wir mit ihm sitzen werden. Allerdings ist eine enge Tür davor, durch die es gilt, mit den Kräften des persönlichen Bemühens hindurch zu kommen. Da nutzen offenbar keine Beziehungen.
Jesus warnt vor fix und fertigen Saubermännern:
„Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan!“
Also bitte!
Ich hab keine Sünden…nix zum Beichten?
Keinen umgebracht, nix gestohlen, immer rechtschaffen…
Ja, ich hab auf den Preis achten müssen und das günstigste Angebot.
Dass der Bauer, der Bäcker, der Metzger und die Nahversorgung so nicht existieren können… das ist Pech.
Die Discounter-Rosen aus Äthiopien, in riesigen Gewächshäusern mit Unmengen von Wasser und Pestiziden billig gezüchtet … Grundwasserverseuchung und Dürre! Schwere Kinderarbeit in der Textilindustrie… nicht meine Schuld!
Kriege, Armut, Flüchtlinge, Umweltschäden…kann ich nix dafür!
So waschen wir unsre sauberen Hände in Unschuld
und sind dabei doch Teilhaber der Hölle.
Der Himmel fordert „schmutzige Hände“!
„Es war gut. Du hast dich eingemischt. Du hast angepackt. Du hast Fehler gemacht. Aber du hast Deine Hände nicht in den Schoß gelegt. Du gibst sie gebraucht zurück.“
Christentum ist die Religion der Liebe – in der Tat!

Vergessen wir die Augustsammlung der Caritas nicht.
Wer über die Misere der Flüchtlingspolitik jammert,
sollte nicht vergessen, das Not-Wendende zu tun:
Spenden online unter www.caritas.at
oder Spendenkonto der Caritas
PSK, IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004, BIC: OPSKATWW,
Kennwort: Hungerhilfe

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