07.07.2016, 13:44 Uhr

Arlberg Classic Car Rally 2016 – Oldtimer-Faszination vom Arlberg bis zur Zugspitze

Die 7. Arlberg Classic präsentierte ein für den Classic-Car-Bereich äußerst extravagantes Starterfeld. (Foto: (c) ARLBERG CLASSIC Car Rally)

Die 7. Arlberg Classic rund um Lech präsentierte ein für den Classic-Car-Bereich äußerst extravagantes Starterfeld und machte ihr Motto einmal mehr zum Programm: mit Freunden durch alpine Traumkulissen.

LECH. Im Garten des Hotel Arlberg ging die 7. Arlberg Classic Car Rally am vergangenen Samstag zu Ende. Bei einem Galadinner im gläsernen Zelt wurden die Siegerinnen und Sieger prämiert. 120 automobile Klassiker von 1908 bis 1973 waren zwischen Arlberg und Zugspitze für drei Tage als rollendes Museum auf Tour. Den Gesamtsieg holte sich das äußerst erfolgreiche deutsch-schweizerische Doppel Curt Bloss und Georg Weidmann in einem Fiat 8V Coupé Carrozzerie Speciali aus dem Jahre 1953.
Seit sieben Jahren veranstaltet Lech Zürs die Arlberg Classic Car Rally unter dem Motto „Mit Freunden durch alpine Traumkulissen“. Selbst erfahrene Oldtimer-Freunde zeigen sich alljährlich begeistert angesichts des extravaganten Teilnehmerfeldes, das heuer mit allein 30 Legenden aus der Vorkriegsära aufwarten konnte. Darunter seltene Klassiker wie der Aries Rolling Baquet Roadster von 1908, ein Marmon Roosevelt oder Pontiac Racer von 1929, ein Delage D6 von 1946 oder der Gorki GAZ-GL 1, ein russischer Rennwagen von 1938. Nicht weniger attraktiv zeigten sich die Klassiker der 50er und 60er Jahre, wie etwa ein BMW 507, eine Honda S 800, Jensen 541 R, Porsche 356 Pre A 1500 oder ein Steyr-Puch Haflinger mit 643 ccm und 28 PS, der gegen eine AC Cobra mit 407 PS oder eine Dodge Challenger 426 R mit 420 PS ins Rennen ging.

Reibungsloser Verlauf

Die mittlerweile selbst zum Klassiker gewordene Rallye verlief wieder völlig reibungslos und selbst das Wetter, auf das die Organisatoren bekanntlich keinen Einfluss haben, war dem Event bis auf kleine Ausnahmen heuer sehr wohl gesonnen. Gesamt 120 Teams aus 13 Ländern wurden vom bekannten Rallyefahrer Armin Schwarz als Fahrtleiter auf die insgesamt 625 Kilometer lange Strecke geschickt. Für das Vorausfahrzeug konnte der erfolgreiche Vorarlberger Motorsportler Christian Klien gewonnen werden, der dafür in einen Mercedes-AMG S 65 Cabrio mit satten 630 PS stieg.
Weitere bekannte Gesichter fanden sich unter den Teilnehmenden. Unter anderem die Pilotin eines Mercedes-Benz 280 SE Baujahr 1973: Susie Wolff, die Motorsportfreunden als Susie Stoddart aus der DTM und als Testfahrerin bei Williams besser bekannt sein dürfte. Ebenfalls mit von der Partie in einem Mercedes Benz 280 SL aus dem Jahre 1969 war Sebastian Steudtner, der bekannte Big Wave Surfer und Laureus Sport for Good Botschafter. Bereits traditionell in Lech mit dabei ist der österreichische Manager Siegfried Wolf, der mit seiner Frau Andrea im Gorki GAZ-GL 1 von 1938 am Rennen teilnahm. Auch kein Unbekannter ist Toni Mörwald, seines Zeichens Gastronom und Spitzenkoch. Er fuhr mit seinem Kollegen Josef Brucha in einem Pontiac Racer von 1929 mit.
Gleich zum Prolog am Donnerstag erwartete die Teams eine besondere sportliche Herausforderung, die trotz plötzlichen Platzregens auf großen Anklang stieß: Durch die berühmte „Flexengalerie“ ging`s von Lech zur ersten Wertungsprüfung hinunter nach Stuben zum historischen Startplatz des Arlberg-Rennens von 1927, das damals „Bergkönig“ Hans Stuck für sich entscheiden konnte.

Königsetappe

Die „Königsetappe“ am Freitag mit über 300 Kilometern führte bei strahlendem Sonnenschein hinaus ins bayerische Voralpenland vorbei an den Schlössern des Märchenkönigs Ludwig II. in Linderhof und Neuschwanstein. Auf der Rückfahrt durch den Bregenzerwald änderte sich zwar die Landschaft, was aber blieb, waren die zahlreichen Kurven.
Am letzten Tag kletterten die Oldtimer bis auf 1.894 Höhenmeter aus dem Lechtal hinauf zum Hahntennjoch und stiegen daraufhin wieder hinab ins Inn- und Pitztal, um den Teilnehmenden bei der anschließenden Mittagsrast in Lermoos einen traumhafter Blick auf die Zugspitze zu eröffnen.
Bei der Rallye und ihren 18 Wertungsprüfungen wurde den Teilnehmenden höchste Präzision abverlangt. Die Sollzeiten waren möglichst auf die Hundertstel-Sekunde einzuhalten, wobei hierfür einer Classic Car Rallye gemäß nur mechanische Stoppuhren zur Verfügung standen. Dies gelang dem Siegerteam der Mannschaft ASC vom allgemeinen Schnauferl Club Georg Weidmann und Curt Bloss am besten, die mit ihrem beherzten Einsatz trotz mehrerer Pannen den Gesamtsieg in der Allgemeinwertung erreichten.
Besonderes Lob hatten die Teilnehmenden für die heuer recht anspruchsvolle und dabei betörend schöne Strecke übrig. Diese führte sie unter anderem auch vorbei an idyllischen Ortschaften mit klingenden Namen wie Rossbach oder Namlos, die sie außerhalb der ACCR wohl nie kennen gelernt hätten. Im Nachhall zur diesjährigen Rallye wurde auch die tolle Stimmung in Zusammenhang mit der hervorragenden Organisation und Hilfsbereitschaft aller Streckenposten, Servicewagen und anderen an der Abwicklung Beteiligten besonders wertschätzend erwähnt.
Und auch Lech Zürs Tourismus Direktor Hermann Fercher betonte bei seiner Ansprache zum abschließenden Galaabend im gläsernen Zelt, dass neben aller sportlichen Herausforderung vor allem das Motto der Arlberg Classic Car Rally auch künftig stets Programm sein solle: „Mit Freunden durch alpine Traumkulissen.“
Unterstützt wurde die Arlberg Classic Car Rally 2016 von Mercedes-Benz als offizieller Partner von Lech Zürs mit Servicefahrzeugen, vom Weingut Georgiberg, von den Versicherern OCC und Allianz, von Sea Cloud mit einer exklusiven Reise als Wertungsprüfungs-Preis und dem Hotel Arlberg als Partner vor Ort.
Auf www.arlbergclassic-carrally.at gibt es alle Ergebnisse, die komplette Startliste, den Strecken- und Zeitplan, das Reglement und viele weitere Informationen zur ACCR.
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