18.04.2016, 10:25 Uhr

22 Millionen Euro für neue Skischaukel

Aufbruchstimmung: Alfred Aberer (Generalsekretär Handelskammer Bozen), Josef Thöni (Gemeinderat und Hotelier Graun), Paul Jakomet (GF Oberländer Gletscherbahn AG), Bgm. Josef Raich, DDr. Hans Rubatscher (Investor) und WK-Direktor Mag. (FH) Thomas Köhle (v. l.).
(Foto: WK Tirol/Lisi Zangerl)

Das erste länderübergreifende Gletscherskigebiet Kaunertal-Langtaufers steht in den Startlöchern.

KAUNERTAL/LANGTAUFERS (otko). Die Vision der ersten grenzüberschreitenden Skiverbindung zwischen Nord- und Südtirol könnte bald Realität werden. Nach Jahren der Planung rückt das Projekt nun in die Umsetzungsphase.
Für den Anschluss des Langtauferer Tals an den Kaunertaler Gletscher wird eine kuppelbare 10er-Kabinenbahn vom Weiler Melag (1.900 Meter) auf das Karlesjoch (3.100 Meter) gebaut. Auf 2.500 Meter ist zudem eine Mittelstation geplant. Die Beförderungskapazität soll bei 1.200 Personen pro Stunde liegen und ist erweiterbar auf 1.800 Personen pro Stunde.
Vergangenen Freitag lud die Wirtschaftskammer die Geschäftsführer der Bergbahnen und weitere namhafte Unternehmer aus dem Bezirk sowie Investor Hans Rubatscher und Bgm. Pepi Raich zur einer gemeinsamen Firnfahrt ins Langtauferer Tal sowie einer Informationsveranstaltung. „Dies ist eine notwendige Erweiterung,“ so der designierte WK-Direktor Thomas Köhle über diesen Zusammenschluss, der erstmals vor 30 Jahren thematisiert wurde.

Große Zustimmung

Für die Realisierung des ersten länderübergreifenden Gletscherskigebietes wurde die "Oberländer Gletscherbahn AG" gegründet. Als Geschäftsführer fungiert der Meraner Steuerberater Paul Jakomet. Die dafür notwendige Eigenkapitalsumme von 4,7 Millionen konnte aufgebracht werden – insgesamt beläuft sich das Projekt auf 22 Millionen Euro. "Unser Ziel war es, 100 Aktionäre zum Einstieg in das Unternehmen zu gewinnen. Jetzt haben wir knapp 200 Gesellschafter und das ist ein großes Echo aus der Region. Die Bevölkerung aus Langtaufers will das Projekt", so Jakomet. Mit dem Bau einer Beschneiungsanlage könnte sich das Investitionsvolumen aber noch auf 25 bis 26 Millionen Euro erhöhen. Vom Land Südtirol sei laut Jakomet ein Förderungsbeitrag von bis zu 45 Prozent zu erwarten. Den Großteil der Investitionskosten tragen die Kaunertaler Gletscherbahnen mit Investor Hans Rubatscher.
Nach dem Gemeinderatsbeschluss in Graun (28. April) ist der nächste Schritt eine Genehmigung der Abteilung Raumordnung in Bozen, eine weitere muss von Seiten des Umweltbeirates ausgestellt werden. „Dann kann das Ausführungsprojekt angegangen werden. Unser ambitioniertes Ziel ist es, die Bahn im Oktober 2017 zu eröffnen“, unterstreicht GF Jakomet.

Verbindendes Projekt

Alfred Aberer, der Generalsekretär der Handelskammer Südtirol steht ebenso zu 100 Prozent hinter dem Projekt: „Es geht um die wirtschaftliche Entwicklung der Region und auch darum, Arbeitsplätze für die Bevölkerung zu schaffen.“ Der Geschäftsführer der Kaunertaler Gletscherbahnen, Eugen Larcher bezeichnete Sepp Thöni, Hotelier und Gemeinderat aus Graun als „Motor des Projektes im Gemeinderat.“ „Endlich haben die Langtauferer nach anfänglicher Skepsis bewiesen, dass sie hinter diesem Projekt stehen“, zeigt sich Thöni optimistisch.
„Auch wir stehen hinter diesem Projekt“, fügt auch WK-Obmann Anton Prantauer hinzu, der den bisherigen Bezirksstellenleiter Thomas Köhle als „federführend“ in diesem Projekt bezeichnet. Überzeugt vom länderübergreifenden Projekt zeigt sich auch Investor Hans Rubatscher: „Dies ist ein verbindendes Projekt, beide Seiten sollten davon profitieren." Dabei verwies er auf Studien, die belegen, dass aufgrund von Skigebietszusammenschlüssen Umsatzsteigerungen sowie eine Erhöhung der Aufenthaltsdauer zu erwarten wären.

Lawinensichere Zufahrt

Unumstritten hinter dem Skigebietszusammenschluss Kaunertal-Langtaufers steht auch Bgm. Pepi Raich: „Wir stehen hinter diesem Projekt und sehen, wie wichtig dies für die Kaunertaler Gletscherbahnen ist. Als ein weiteres notwendiges Projekt sieht er eine lawinensichere Zufahrtsstraße. Lobende Worte findet der Bürgermeister für den „Mut" von Thomas Köhle, Einigkeit für dieses Projekt zu erzielen und: „Von dieser Investition werden alle profitieren – geht es dem Gletscher gut, geht es der gesamten Region Kaunertal gut.“

Zukunftsvision am Reschenpass

„Das Ziel soll es sein, dass künftig alle Skigebiete des Reschenpasses einen gemeinsamen Skipass anbieten“, so WK-Direktor Thomas Köhle über künftige Visionen und Ideen der Skigebiete rund um den Reschenpass und: „Dazu sind jedoch noch viel Überzeugungsarbeit sowie Diskussionen notwendig.“
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