07.07.2016, 14:45 Uhr

Bergbahnen Galtür bauen neue Breitspitzbahn

Die Bergbahnen Galtür investieren 8 Mio. Euro in die neue Breitspitzbahn samt Ausbau der Beschneiung. (Foto: Visualisierung Melzer&Hopfner)

Mit der 10er Kabinenbahn Breitspitz und einer neuen Piste wird das Skigebiet auf der Vorarlberger Seite erweitert. Insgesamt 8 Millionen Euro werden investiert.

GALTÜR/GASCHURN (otko). Das Skigebiet Galtür, das unter dem Namen Silvapark vermarktet wird, umfasst derzeit 40 Pistenkilometer und wird durch acht Anlagen (eine Gondelbahn, drei Sesselbahnen und vier Schlepplifte) erschlossen. Rund 13.000 Wintersportler pro Stunde können befördert werden. Nach dem Neubau der Gondelbahn im Jahr 2004 wurde zuletzt vor allem in die Qualitätsverbesserung und in die Beschneiung investiert. Im Sommer setzt der Silvapark auf Bouldern und Klettern.

Grünes Licht

Nachdem die Breitspitzbahn (Doppelsessellift aus dem Jahr 1983), die auf Vorarlberger Gebiet (Gemeinde Gaschurn) liegt, in die Jahre gekommen ist und 2013 der Ablauf der Konzession im Raum stand, wurden verschiedene Varianten ausgearbeitet. "Im Prinzip haben wir bereits 2012 damit angefangen und mehrere Variantenstudien standen zur Auswahl. Nach der Projektvorstellung im Landhaus in Bregenz wurden diese Varianten mit dem Land Vorarlberg abgeklärt und eine musste Projektanpassung vorgenommen werden", blickt GF Martin Lorenz zurück. Bei der Gesellschafterversammlung wurde die Variante 3 schlussendlich einstimmig angenommen. "Diese Variante sieht den Neubau einer 1.800 Meter langen 10er Kabinenbahn der Firma Doppelmayr auf einer komplett neuen Trasse vor. Die Talstation befindet sich an einem neuen Standort an der Westseite der Staumauer des Kops Stausees", berichtet Lorenz.
Nach zwei Jahren der Prüfung wurde am 3. September 2014 seitens der Vorarlberger Landesregierung der Bescheid erlassen, dass für das Projekt keine UVP notwendig ist. Es folgten weitere intensive Verhandlungen und am 23. Oktober 2015 wurde den Bergbahnen die naturschutzrechtliche, wasserrechtliche und forstrechtliche Bewilligung erteilt. "Seit Herbst wurde geplant. 100 Termine und Gespräche waren insgesamt nötig und wir sind froh, dass es positiv ausgegangen ist", zeigt sich Lorenz erfreut. Am 5. Juli erfolgte schließlich die Bauverhandlung. Viel Lob hat der Geschäftsführer auch für die Vorarlberger Illwerke übrig: "Die Zusammenarbeit war super und die Illwerke sind für uns ein wichtiger Partner."
Der Zeitplan für die Umsetzung ist jedenfalls straff. Das Galtürer Skigebiet öffnet am 9. Dezember 2016. Die bestehende Bahn wird aber erst 2017 abgetragen.

Weitere Attraktivierung

Insgesamt 8 Mio. Euro werden in die neue Breitspitzbahn (7,2 Mio. Euro) sowie in die Erweiterung der Beschneiung (800.000 Euro) investiert. "Die Finanzierung stellt solch eines Projekts stellt eine große Herausforderung dar. Finanziert wird dies durch eine Kapitalaufstockung durch die bisherigen Kommanditisten bzw. durch Fremdmittel von heimischen Banken", erläutert Lorenz.
Mit der neuen Breitspitzbahn soll vor allem das Skigebiet im Bereich der inneren Kopsalpe attraktiver werden. "Als Familienskigebiet haben wir uns für eine familienfreundliche Kabinenbahn entschieden. Zudem herrschen in dem Gebiet, wo alles nur Nordhänge sind, auch im Spätwinter optimale Bedingungen", verweist Lorenz. Neben dem Bau der kuppelbaren 10er EUB wird auch die Beschneiung ausgebaut und eine zusätzliche Piste errichtet. "Heuer konnte die Bahn erst am 18. Jänner in Betrieb genommen werden und eine künstliche Beschneiung eröffnet hier neue Möglichkeiten", so Lorenz.
Auch der Galtürer Bgm. Anton Mattle ist froh, dass alle Genehmigungen erteilt wurden und das Projekt umgesetzt wird: "Für Galtür und für die Weiterentwicklung des touristischen Angebots ist die neue Breitspitzbahn enorm wichtig. Zudem wird das Skigebiet um 10 Prozent größer." Besonders hervor hebt der Dorfchef, dass die Touristiker und die Bevölkerung hinter dem Projekt stehen.


Zubringerbahn als Vision

Mit der neuen Breitspitzbahn könnte auch eine weitere Vision Realität werden. "Eine Zubringerbahn von der Vorarlberger Ortschaft Partenen ins Galtürer Skigebiet wird angedacht. Derzeit laufen mit der Gemeinde Gaschurn dahingehend Gespräche. Dies würde auch zur weiteren Sommerbelebung rund um den Kopsstausee beitragen", informiert Lorenz abschließend.

Fakten 10 EUB Breitspitzbahn

Förderleistung: 2.400 P/h (Ende) = 48 Gondeln; 1.600 P/h (Anfang) = 32 Gondeln
Schräge Länge: 1.800 m
Höhenunterschied: 525 m
Talstation: 1.770 m
Bergstation: 2.295 m
System: 10er Kabinenbahn, Antrieb Berg, Spannung Tal, Bahnhof Tal
Fahrgeschwindigkeit: 6 m pro Sekunde
Stützenanzahl 14
Spurweite Spurweite 6,10
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