21.04.2016, 09:10 Uhr

Frauen verdienen sehr wenig

Die Einkommenssituation im Bezirk Landeck liegt unter den Österreich-Werten. Speziell Frauen verdienen schlecht. (Foto: Reichel)

Gut, oder nicht gut? Die Einkommenssituation im Bezirk Landeck ist eine Frage der Betrachtung.

BEZIRK (otko). Die Tiroler Arbeiterkammer hat die Einkommensstatistik für das Jahr 2014 veröffentlicht und jetzt Vergleiche zwischen den Tiroler Bezirken gezogen und diese wiederum den österreichweiten Vergleichsdaten gegenübergestellt.
Demnach betrug das durchschnittliche Jahres-Nettoeinkommen 2014 im Bezirk Landeck 16.605 Euro. "Damit lag der Bezirk Landeck 12,5 Prozent über dem Tiroler Durchschnitt und ganze 22 Prozent unter dem österreichweiten Durchschnitt", stellen die Studienautoren fest. Damit sei der Bezirk Landeck der einkommensschwächste Bezirk in ganz Österreich. Mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 18.968 Euro netto ist Tirol Schlusslicht in ganz Österreich.
Große Unterschiede gibt es bei den Landecker Zahlen auch bei den Einkommen zwischen Männern und Frauen. Der männliche Einkommensschnitt lagt laut AK-Erhebung bei 20.543 Euro und damit 10,6 Prozent unterhalb dem Tiroler Durchschnitt und 18,7 Prozent unterhalb des österreichischen.
Ganz anders sah es bei den Einkommen der Frauen aus. Ihr mittleres Einkommen wurde von den Studienautoren in der Höhe von 12.168 Euro ermittelt: "Das wegen saisonaler Unterbrechungen fiktive Monatsgehalt lag bei knapp 870 Euro." Auf den Tiroler Einkommensschnitt fehlen den Landeckerinnen im Durchschnitt 16,8 Prozent, auf den österreichischen Durchschnitt sogar 28,6 Prozent.
Deutlich mehr als 20.000 Euro im Jahr verdienen Männer und Frauen bei Vollzeitarbeit in der Sachgüterproduktion, im Verkehrsbereich und im öffentlichkeitsnahen Sektor.

Höhere Realeinkommen

Für 2014 haben die Studienautoren 25.460 Beschäftigte im Bezirk Landeck ermittelt. Im Vergleich mit dem Jahr zuvor nahm die Zahl der Beschäftigten im Bezirk Landeck jedoch um 259 Personen ab (-1,0 Prozent), am meisten (-170 Personen) in Beherbergungs- und Gastronomie.
Nur etwas mehr als die Hälfte (52,4 Prozent) der Beschäftigten im Tourismusbezirk Landeck arbeite laut der AK-Erhebung das ganz Jahr hindurch. "Dies stellte den mit Abstand niedrigsten Wert in Tirol dar. In Tirol liegt lag der Anteil der ganzjährig Beschäftigten bei 68,5 Prozent", heißt es in der Studie. Bei den Männern sind 51,5 Prozent im Rahmen einer Vollzeitstelle ganzjährig beschäftigt. Bei den Frauen liegt der Wert lediglich 23,2 Prozent.
Trotz aller negativer Zahlen gibt es in den Bericht der Arbeiterkammer auch eine gute Nachricht: Die Realeinkommen in Landeck stiegen im Vergleich der Jahre 2013 und 2014 um 1,6 Prozent an, deutlich mehr als im Tiroler Durchschnitt (+0,1 Prozent).
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