28.05.2016, 09:20 Uhr

Nächtigungen: Bezirk Landeck knackt Sechs-Millionen-Marke

Im tirolweiten Ranking liegt Ischgl mit 1,36 Mio. Nächtigungen auf Rang zwei. (Foto: TVB Paznaun-Ischgl)

Winter brachte mit 6,1 Mio. Nächtigungen ein Allzeit-Hoch im Bezirk Landeck. Für den Sommer sind die Touristiker zuversichtlich.

BEZIRK. Die Wintersaison 2015/2016 ist gelaufen und die Zahlen der Landesstatistik liegen vor. Die Bilanz für den Bezirk Landeck fällt äußerst positiv aus. Mit 6,1 Mio. Nächtigungen von November 2015 bis April 2016 schließt Landeck den Winter mit einem Plus von 2,8 Prozent ab. Im Vergleich zum Vorjahr konnten 160.000 Nächtigungen mehr erzielt werden.
"Der positive Saisonabschluss spiegelt die außerordentlichen Leistungen der Tourismuswirtschaft wider. Die Prognosen zu Beginn der Wintersaison waren alles andere als zuversichtlich. Die gesamte Branche trägt wesentlich zum Wohlstand der Region bei“, würdigt WK-Bezirksobmann KommR Anton Prantauer.


Bester Winter aller Zeiten

Der Langzeitvergleich seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1973 unterstreicht das Ergebnis. Erstmals konnte die 6-Millionen-Nächtigungs-Marke geknackt werden. Im Winter 2012/2013 wurde mit 5,95 Mio. Nächtigungen ein Allzeit-Hoch erreicht. Dieses Ergebnis konnte heuer um 130.000 Nächtigungen übertroffen werden. Auch der Gäste-Rekord des Vorjahres konnte um +3,2 Prozent getoppt werden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste lag unverändert bei 5,2 Tagen.
"Nächtigungs-Zahlen bedeuten nicht alles. Letztendlich kommt es darauf an, welchen Preis der Vermieter beim Gast durchbringt. Würden die Gäste ausbleiben, wäre auch der Umsatz bei Null. Deswegen sind die Nächtigungszahlen ein beliebter Indikator, ob eine Region begehrt ist oder nicht“, kommentiert Bezirksobmann Prantauer.

Vergleich der Tiroler Bezirke

Bei den Bezirksergebnissen führt Landeck das Feld an. Mit 6,1 Mio. Nächtigungen ist Landeck mit Abstand der nächtigungsstärkte Bezirk in Tirol. Schwaz an zweiter Stelle verbucht 5,2 Mio. Nächtigungen. Es folgen die Bezirke Imst mit 3,9, Kitzbühel mit 3,3, Innsbruck-Land mit 2,8, Kufstein mit 2,2 und Reutte mit 1,7 Mio. Nächtigungen. Lienz schließt mit 900.000 und Innsbruck-Stadt mit 700.000 Nächtigungen ab. Sämtliche Tiroler Bezirke, mit Ausnahme von Imst (-0,3 Prozent) und Lienz (-0,8 Prozent) verzeichnen Zuwächse. Über ein besonders sattes Plus können sich Kitzbühel (+5,8 Prozent) und Kufstein (+7,2 Prozent) freuen. Mit 180.000 Nächtigungen mehr als im Vorjahr konnte Kitzbühel in absoluten Zahlen am stärksten zulegen. Kufstein erreichte 150.000 Nächtigungen mehr.
Tirol bilanziert die Wintersaison insgesamt mit 26,8 Mio. Nächtigungen (+3,3 Prozent) und 5,8 Mio. Gästen (+4,5 Prozent).


Schneemangel und früher Ostertermin

Der Saisonauftakt im November/Dezember war mit warmen Temperaturen und ausbleibendem Schnee sehr verhalten und brachte ein Minus von 5,6 Prozent. Ohne Schneekanonen gab es zum Saisonauftakt so gut wie kein Schifahren. Das klassische Jännerloch blieb aus. Der Jänner brachte neben dem ersehnten Schnee auch ein Plus von 1,6 Prozent und einen Urlauber-Rekord. Ein fulminanter Februar schlug sich mit +4,3 Prozent zu Buche. Der frühe Ostertermin im März und die exzellenten Schnee- und Pistenverhältnisse bescherten ein sattes Plus von 21,2 Prozent. Mit -33,7 Prozent schloss der April die Saison ab.
„Der Februar und der März waren sehr gut. Ferienverschiebungen, der zusätzliche Schalttag und der frühe Ostertermin haben uns in die Karten gespielt. Nach den Jubelmeldungen im März folgte der erwartungsgemäß schwache April, da viele Betriebe kurz nach Ostern schließen. Dennoch konnte ein positives Gesamtergebnis erreicht werden“, zeigt sich Alexander von der Thannen, Hotelier in Ischgl und Tourismussprecher für den Bezirk Landeck in der Wirtschaftskammer zufrieden.

Deutsche Gäste stark im Kommen

Maßgeblich verantwortlich für das gute Gesamtergebnis ist die Entwicklung am Hauptmarkt Deutschland. Die deutschen Gäste brachten insgesamt 2,9 Mio. Nächtigungen (+1,5 Prozent). Starke Zuwächse gab es am zweitwichtigsten Markt Niederlande (+5,9 Prozent). Auch immer mehr Schweizer (+6,5 Prozent), Engländer (+3,49 Prozent), Belgier (+9,7 Prozent), Dänen (+7,8 Prozent), Schweden (+21,5 Prozent), Franzosen (+11,2 Prozent) und Amerikaner (+14,9 Prozent) verbringen ihren Winterurlaub im Bezirk Landeck. Der Inlandsmarkt war mit -0,9 Prozent leicht rückgängig.
„Offensichtlich zählt unser Bezirk zu einer sehr bedeutenden Region in Europa, nachdem auch die Anzahl der Gäste deutlich steigt, die unseren schönen Bezirk besuchen“, freut sich Anton Prantauer.

Russen bleiben aus

Am russischen Markt hat sich der negative Trend hingegen mit einem Nächtigungsrückgang von -21,8 Prozent fortgesetzt.
„Die Russen machen zwar nur einen kleinen Teil der Gäste in Relation zur gesamten Gästestruktur aus, dennoch ist ihr Ausbleiben deutlich spürbar. Die entbehrlichen Sanktionen zeigen Wirkung und treffen leider auch stark die Tourismusbranche. Es sind nicht nur die Nächtigungen, die fehlen, sondern auch gewisses Kaufkraftpotenzial“, analysiert Von der Thannen.

Unter den Top-Ten

Ischgl, St. Anton, Serfaus und Fiss reihen sich unter die zehn nächtigungsstärksten Gemeinden in Tirol. Sölden führt das Ranking mit 2,04 Mio. Nächtigungen an. Ischgl folgt mit 1,36 Mio. Nächtigungen auf Rang zwei. St. Anton platziert sich mit 1,01 Mio. Nächtigungen an dritter, Serfaus mit 761.000 Nächtigungen an sechster und Fiss mit 633.000 Nächtigungen an neunter Stelle.
Mit Kappl, Galtür, Nauders, Ladis und Kaunertal finden sich 5 weitere Gemeinden aus dem Bezirk Landeck unter den Top-50 in Tirol. Kappl liegt auf Rang 15, Galtür auf Rang 20 und Nauders auf Rang 21. Ladis reiht sich auf Rang 36 vor und Kaunertal belegt Rang 46.

Satte Zuwächse quer durch den Bezirk

Fiss legt mit +6,1 Prozent und 36.000 Nächtigungen mehr als im Vorjahr am stärksten zu. Serfaus schließt mit +4,4 Prozent und 32.000 Nächtigungen mehr ab. St. Anton freut sich über +3,1 Prozent und 30.000 Nächtigungen mehr. Mit +9,9 Prozent und 18.000 Nächtigungen mehr konnte auch Ladis deutlich zulegen. Kappl erreicht +3,8 Prozent bzw. 16.000 Nächtigungen mehr. Auch Pettneu fährt mit 11.000 Nächtigungen mehr ein Plus von 8,2 Prozent ein. Ebenso im grünen Bereich finden sich Galtür mit +1,9 Prozent sowie Kaunertal mit +3,7 Prozent. Besonders erfreulich ist der positive Saisonabschluss in Nauders (+0,3 Prozent). Der erschwerte Saisonauftakt hatte keine Nächtigungsrückgänge zur Folge. Auch Gemeinden wie See, Galtür, Faggen, Fendels, Kaunerberg, Kauns, Prutz, Spiss, Pians und Tobadill schließen die Wintersaison mit einem Plus ab.
„Die Nächtigungszuwächse sind ein positives Signal für den Bezirk. Wir haben unsere Position als Urlaubs- und Wintersportdestination weiter gefestigt. Dennoch ist die Stimmung in der Branche im Keller. Nächtigungsrekorde spiegeln nicht die wirtschaftliche Situation der Betriebe wider. Trotz steigender Zahlen sinkt die Wertschöpfung durch hohe Lohnnebenkosten, Steuern und Abgaben. Mit unnötigen bürokratischen Hürden und steuerlichen Belastungen muss endlich Schluss sein“, fordert Tourismussprecher Alexander von der Thannen.


Rückgänge überschaubar

Neben Landeck (-9,2 Prozent; ein größeres Hotel hat geschlossen!) und Zams (-2,7 Prozent) fahren auch Fließ, Ried, Pfunds, Grins und Stanz Nächtigungs-Rückgänge ein.
„Die Buchungen der Gäste werden immer kurzfristiger. Das Wetter spielt bei der Urlaubsentscheidung eine wesentliche Rolle. Leider waren die Wetterprognosen für unsere Region im abgelaufenen Winter mehrfach viel schlechter angesagt, als es tatsächlich vor Ort war. Ungenaue Wettervorhersagen lassen Gäste oft gar nicht anreisen oder sogar vorzeitig abreisen. Zuverlässige regionsbezogene Wetter-Apps sind unumgänglich“, ist Von der Thannen überzeugt.
Aufgrund der hervorragenden Arbeit der Touristiker es laut Bezirksobmann Prantauer möglich, dass das Gewerbe und Handwerk mit sehr guten Aufträgen versorgt ist. "Wehrmutstropfen sind die geltenden Baustopps in den Tourismusorten. Die Saisonen werden zeitlich immer mehr ausgeweitet (früherer Start und am Ende eine längere Offenhaltung), die Durchführung der erforderlichen Qualitätsverbesserungen jedoch durch diese Verbote massiv erschwert.
Nun blicken wir zuversichtlich in Richtung Sommer. Ich bin mir sicher, dass wir den Schwung aus dem Winter auch in eine erfolgreiche Sommersaison mitnehmen können“, motiviert WK-Bezirksobmann Prantauer.

Ergebnisse nach Tourismusverbänden
Paznaun-Ischgl: 2,2 Mio. Nächtigungen (+1,7 Prozent)
Serfaus-Fiss-Ladis: 1,6 Mio. Nächtigungen (+5,7 Prozent)
St. Anton am Arlberg: 1,2 Mio. Nächtigungen (+3,4 Prozent)
Tiroler Oberland: 870.000 Nächtigungen (+1,1 Prozent)
TirolWest: 140.000 Nächtigungen (-3,7 Prozent)
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