26.09.2016, 10:39 Uhr

Landstraßer Hauptstraße: Auf der Feinspitz-Meile im Dritten

Gesunde Nascherei? Ja, sagt Cristina Achim bei Prokopp.

Die Landstraßer Hauptstraße bietet sich für einen sündigen Trip durch charmante Kleinunternehmen an.

LANDSTRASSE. Joseph-Brot, Duran-Brötchen und seit Kurzem der Lingenhel: Die Landstraßer Hauptstraße entwickelt sich zunehmend zur Feinspitz-Meile im 3. Bezirk. Spaziert man von Wien-Mitte Richtung Rochusmarkt, stechen einige prominente Kaffeehäuser und hippe kleine Läden ins Auge. "Der Dritte ist up-and-coming", sagt Johannes Lingenhel.

Der käst seit drei Monaten auf der Landstraßer Hauptstraße in der ersten Wiener Stadtkäserei – Restaurant und Feinkostladen inklusive. Käse aus dem Herzen der Stadt – das muss man sich einmal trauen. Doch es funktioniert. Lingenhel ist nach wie vor begeistert – sowohl von seinem Standort im Dritten als auch von seiner Idee. Von einem Magneten wie dem Stadtkäser Lingenhel ist auch Klaus Brandhofer begeistert.



Der Obmann der Landstraßer Kaufleute hat, wie heute für innerstädtische Einkaufsmeilen üblich, mit mannigfaltigen Problemen zu kämpfen. "Die Zunahme von Internetbestellungen und die Errichtungen von immer mehr peripheren Shoppingcentern setzen traditionellen Einkaufsstraßen ganz schön zu", sagt Brandhofer. Auch wenn es zwischen Wien-Mitte und Rochusmarkt nicht so aussieht, habe man auf der Landstraßer Hauptstraße mit Leerstand zu kämpfen. Vor allem stadtauswärts, östlich der Baumgasse. "Ein Feinkostladen, Restaurant und Café wie der Lingenhel tut deswegen auf der Landstraßer Hauptstraße gut. Die Medien-Affinität des Chefs bringt Werbung für das Grätzel", so Brandhofer.

Charmante Profis

Klar, die goldenen Zeiten der innerstädtischen Einkaufsstraße scheinen vorbei zu sein. Zumindest führt man einen harten Kampf gegen den strukturellen Wandel. Dennoch profitiert der, der sich auf einen charmanten Spaziergang auf die Landstraßer Hauptstraße einlässt. Und das nicht nur vom Portolotti-Eis, das Brandhofer "allererste Sahne" nennt, sondern vor allem von der persönlichen und guten Beratung, die die kleinen Geschäfte in Zeiten anonymer Internetshoppingtouren bieten – bei Christian Weidner z.B. Das Familienunternehmen verkauft Lederwaren. Die gute Beratung sei über die Bezirksgrenzen hinweg bekannt. Oder bei Prokopp, wo die charmante Filialleitern Cristina Achim Vitalnahrung und Naturkosmetik unter die Leute bringt.

Zahlreiche Unternehmen arbeiten auf der Landstraße daran, auch im Jahr 2016 eine lebendige Einkaufsstraße zu sein. Brandhofer bemüht sich als Obmann der Kaufleute, einen zukunftsfähigen Rahmen zu schaffen. "Man trifft sich regelmäßig, tauscht sich aus und bespricht Probleme", sagt der Obmann. Derweil naschen sich immer noch viele Menschen von Wien-Mitte über den Rochusmarkt bis zum Lingenhel durch.
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