20.07.2016, 11:22 Uhr

Martin Anger: Werbefotograf, Rudolfsheimer und Ideenstricker

"Die Philosophie und den Geist eines Unternehmens in ein Bild packen": Martin Anger in seinem Studio in der Landstraße.

Werbefotograf Martin Anger über die Herausforderung seines Jobs und ob der 15. Bezirk das neue Neubau wird.

RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS/LANDSTRASSE. "Die Philosophie eines Unternehmens verbildlichen", nichts weniger hat sich der 29-jährige Martin Anger zum Ziel gesetzt. Als "Ideenstricker" bastelt der in Rudolfsheim-Fünfhaus aufgewachsene Fotograf seit zwei Jahren Werbepakete - ganz individuell auf ein Unternehmen abgestimmt, von Leinwänden über Visitenkarten und Broschüren bis hin zur Auto-Beklebung. Mit Blick in die Vergangenheit stellt Anger fest, welche Veränderung der 15. Wiener Bezirk in den letzten Jahren durchlaufen hat: "Früher hätte man ihn eher mit dem 10. verglichen, mittlerweile geht’s Richtung 7. Bezirk"

Grenzen der Kreativität

Schon als 10-Jähriger entdeckte Anger seinen Hang zur Fotografie. Nach einer Ausbildung auf der Medienschule "die Graphische" arbeitete er zunächst zwei Jahre im Verkaufsinnendienst einer Etikettendruckerei - sein kreatives Potential konnte er damit allerdings nicht befriedigen. Danach ging Anger zurück an "die Graphische" und absolvierte das Kolleg für Fotografie. Aus diesem Prozess heraus entstand vor knapp zwei Jahren der "Ideenstricker", in eigenen Worten "ein kreativer Denker und konzeptioneller Bildersteller".

Er selbst versucht dabei immer möglichst flexible Lösungen anzubieten, legt Wert auf Wiedererkennungswert und die Einprägsamkeit einer Kampagne: "Es geht in erster Linie darum die Philosophie und den Geist eines Unternehmens in ein Bild zu packen". Die Grenzen seines Schaffens sind immer dann erreicht, wenn es darum geht einerseits seine eigene Kreativität auszuleben, andererseits die Wünsche eines Kunden zufrieden zu stellen. Dies sei oftmals "eine Herausforderung", konstatiert der 29-Jährige.

"Ein super Viertel"

Aufgrund einer Kooperation mit einem weiteren Fotografen "strickt" Anger seit rund sechs Monaten in der Löwengasse im 3. Bezirk an seinen Ideen. Begonnen hat jedoch alles in seinem Heimatbezirk in Rudolfsheim-Fünfhaus. Denkt Anger an seine Jugend zurück, galt die Gegend damals noch als "verschrien". Vor allem nachts hätte er sich unwohl gefühlt.

Das habe sich aber gravierend geändert. So teilt auch er - wie viele andere - das Gefühl, der 15. Bezirk werde zunehmend "hipper", zähle vom Erscheinungsbild her immer mehr zu den Innenbezirken. Mittlerweile sei es ein "super Viertel". Nach Möglichkeit solle Rudolfsheim-Fünfhaus auch in Zukunft auf dieser Welle bleiben: "Ich hoffe, dass es weiterhin so mutige Unternehmer gibt, die sich trauen, da was zu machen".
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