22.06.2016, 13:33 Uhr

Wiener Tourismusdirektor Norbert Kettner spricht sich für "Heumarkt neu" aus

Kulturmanager Gerald Matt (li.) im Gespräch mit Tourismusdirektor Norbert Kettner. (Foto: RGE-Media)

Kettner verwies auf historische Widerstände gegen Bauprojekte und kritisiert den Mangelnden Mut seitens der Stadt.

LANDSTRASSE. Klare Worte fand der Wiener Tourismusdirektor Norbert Kettner am Mittwoch für das geplante Bauprojekt beim Wiener Eislaufverein: "Das Projekt am Heumarkt kann ein Aushängeschild für Wien sein. Eine Stadt die sich nicht entwickelt, bleibt stehen."

Mit dem geplanten Neubau könnte ein attraktives Zentrum entstehen, das die Achse zwischen zwischen erstem und drittem Bezirk beleben und ein Ort zum Neuentdecken werden könnte, so Kettner. Zahlreiche Bauprojekte der Vergangenheit hätten vie Widerstand gespürt, und seien dennoch realisiert worden: Von der Ringsstraße, über die Donauinsel bis hin zum Haas-Haus. "Wer bei der Erhaltung von historischem Erbe jede Veränderung als Gefährung sieht, zieht einen Schlusspunkt unter das Erbe und weist ihm nur noch musealen Wert zu", sagte Kettner.

Weltkulturerbe-Status keine Auswirkung auf Besucher

Auf die Frage, ob die Kulturmetropole Wien das Attribut Weltkulturerbe braucht, brachte Kettner einen interessanten Diskussionsbeitrag ein: Er zitierte den 2004 amtierenden Direktor des UNESCO-Weltkulturerbe-Zentrums Francesco Bandarin, der im Vorwort des Buches "The Politics of World Heritage" schreibt: "In international wohlbekannten Städten mag der Weltkulturerbe-Status wenig Auswirkung auf Besucherzahlen haben." Wien gehöre jedenfalls zu einer international wohlbekannten Stadt, so Kettner.
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