17.04.2016, 18:28 Uhr

Markterlebnisse

Die schönsten und interessantesten Märkte sind die sogenannten Fetzen- oder Flohmärkte, von denen in Europa der Pariser oder der Brüsseler, wie auch die Münchner Dult, einen besonderen Ruf genießen. Da entdecken oft schlaue Köpfe kostbare Raritäten und Schätze, die sonst kaum mehr auftauchen, sofern die Käuferin der Käufer über das nötige Wissen verfügt, kann man so manches Schnäppchen erwerben. Trotzdem, wie sagten die Römer: Der Käufer muss aufpassen!
Wer sich langweilen will, der tut gut daran, kleinstädtische Veranstaltungen zu besuchen, wo sich noch die Gelegenheit bietet, Massenware zu teuren Preisen zu erstehen, deren Schönheit nur noch durch Nutzlosigkeit übertroffen wird.
Obwohl ich keine Blumen, Kräuter, Rasenmäher oder Ladenhüter benötige, auf Religion nicht erpicht bin, Parteiwerbung, Bettler und Narzissten sowie aufdringliche Leierkastenmusik gern verschmerze, gehe ich heute wieder hin. So besuche ich die Ausstellung lieb gewordener Haustiere, wo ich etwas über die präsentierten Objekte zu erfahren hoffe; leider weiß der Mann nur vom hohen Pflegebedarf zu berichten und zeigt dabei auf die Schale mit den freiwilligen Spenden. Es riecht ein bisserl streng.
Ich bin optimistisch und heiter, will aber nichts kaufen, weil ich keine Schubkarre dabei habe. Als durchschnittlicher und gewöhnlicher Mensch suche ich ebenfalls jemand, der durch Schulbildung unverdorben ist und ein wenig tratschen will; aber gerade an dem Tag drängen sich nur Prominente auf dem Trottoir. Das erinnert mich daran, dass der Esel italienisch auch "Trottatore" heißt. Grund genug, sich zu setzen und einen Kaffee zu genießen. Mit mir bin ich immer in bester Gesellschaft.
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