14.04.2016, 18:54 Uhr

Volkskrankheit Depression

Laut Zeitungsberichten soll jeder 6. Mensch in Österreich an Depressionen leiden, was schon durch die Zahl der Scheidungen, mindestens jedes 3. Paar trennt sich, verwunderlich ist. Denken wir nur daran, was das für viele Scheidungswaisen bedeutet.
Von den Depressiven erhalten nur 50 % jene psychologische Hilfe, die angemessen wäre. Wenn sich der Trend so fortsetzt, dann werden bald so viel Psychologinnen, Psychologen und Therapeuten als seelische Reinigungskräfte benötigt, wie Raumpflegerinnen.
Bis es soweit ist, helfen sich Patientinnen und Patienten mit Selbstmedikationen, wie Alkoholmissbrauch, Nikotinsucht, Drogenkonsum oder mit Aggressionsabbau an Frauen und Kindern. Entzugserscheinungen sind keine glaubhafte Ausrede, um mit der Selbstzerstörung fortzufahren.
Eine wirkliche Alternative, neben der professionellen Unterstützung bereits Kranker, sehe ich in der Prävention. Nur über Krankheitsbilder zu reden oder Diagnosen zu erstellen, hat bisher wenig zur Lösung beigetragen; vielleicht wäre vernünftiger die Ursachen für Depressionen zu vermeiden, doch dann müsste man darüber nachdenken und sozial unerwünschte Antworten geben.
Hauptverantwortlich für psychische Devianzen sind Erziehungsfehler der Eltern, bzw. Großeltern; dabei meine ich aber nicht, dass diese verabsäumt hätten, ihrem Nachwuchs gegebenenfalls rechtzeitig eine zu klatschen. Nur durch ständiges Keifen geben Erwachsene kein Vorbild; besonders jungen Menschen sind Grenzen zu setzen, was aber schwierig zu argumentieren ist, wenn man selbst keinen Bahnhof kennt.
Den Jugendlichen muss Gelegenheit gegeben werden, sich darüber zu orientieren, was sie sich aneignen müssen, um ein realistisches Ziel zu erreichen, ohne ihnen Angst zu machen; dabei ist auch genug Freiraum und Geld für die Freizeitgestaltung zu berücksichtigen. Die Konzerne stecken unheimlich viel Geld in die Werbung, nicht um Arbeitsplätze zu schaffen, sondern Profite zu erzeugen, die dann oft steueroptimiert außer Landes arbeiten, während im Inland die Investitionen unterbleiben, die für die Prosperität notwendig sind. Wenn ein deutscher Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin, heute brutto 2100 € verdient, später einmal 840 € Durchschnittsrente erwarten darf, wem wundert´s, wenn man da depressiv wird?
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