18.03.2016, 19:11 Uhr

250 Jahre Zettelgeld

Ursprünglich galten nur Gold- und Silbermünzen als wahres Bares. Die Entwicklung der Papierbanknoten ist eine Erscheinung von Finanz- und Wirtschaftskrisen. Der Siebenjährige Krieg brachte Maria Theresia 1762 auf die Idee, sogenannte „Depotscheine“ als Münzenersatz herauszugeben. Die Inhaber dieser Scheine gewährten damit dem Finanzminister einen zinsenlosen Kredit, solange sie nicht eingelöst worden waren. Depotscheine konnten bei sogenannten „Zettelbanken“ gegen Edelmetall umgetauscht werden. Die Assignaten der französischen Revolution hatten den gleichen Zweck, mit denen die Franzosen während der napoleonischen Kriege in Österreich bezahlten, wenn sie bezahlten. Sie erwiesen sich später als wertlos, denn die französischen Banken lösten sie nie ein. Die Folge davon war der Staatsbankrott Österreichs unter Kaiser Franz I. im Jahre 1811.
Trotzdem erfreute sich in den Notzeiten die „Zettelwährung“ allgemeiner Beliebtheit. Bald nach Beginn des Ersten Weltkrieges sahen Bundesländer und Gemeinden sich veranlasst, im Interesse der örtlichen Wirtschaft mit Wertangaben bedruckte Papierscheine in Umlauf zu bringen. Die Motivation für die örtliche Herausgabe von „Notgeld“ war erstens die Gemeinwohlökonomie und zweitens der herrschende Mangel an Teilungsmünzen.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Weitere Beiträge zu den Themen
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.