16.09.2016, 12:16 Uhr

Burnout-Alarm in der Kinderbetreuung

K-Präsident Josef Pesserl mit AK-Vorstandsmitglied und Betriebsratsvorsitzender der Volkshilfe Beatrix Eiletz sowie Studienautor Tom Schmid von SFS. (Foto: AK Stmk/Graf)

Die AK wünscht sich Verbesserungen.

Die Gründe sind vielfältig. Zu wenig Personal, zu wenig Anerkennung, zu wenig Bezahlung - ein "zu wenig" an allem, aber dafür umso mehr an Belastung. Eine Studie zeigt auf, wie es den Beschäftigten der privaten steirischen Kinderbetreuungs- und -bildungseinrichtungen (KBBE) aktuell geht.
2.432 Fragebögen wurden ausgesandt, 46 Prozent kamen beantwortet zurück. „Die Probleme sind deutlich spürbar“, sagt Studienautor Tom Schmid von der „Sozialökonomischen Forschungsstelle“ (SFS), das die Studie im Auftrag der AK Steiermark durchführte: „Nur etwas mehr als 45 Prozent der Beschäftigten sind nicht gefährdet, an Burnout zu erkranken.“ Knapp 3 Prozent seien aktuell nicht mehr voll arbeitsfähig.


Mix an Belastungen

Zurückzuführen ist das auf eine Vielzahl an Belastungsfaktoren wie u.a. Personalmangel oder die vielen anfallenden Überstunden. Dazu kommen Belastungen durch Eltern, die 55 Prozent als „mittelmäßig bis sehr stark“ erleben. In dieses „Belastungsbild“ passe auch, dass knapp 50 Prozent mit ihrem Gehalt unzufrieden sind, so Schmid. Und: „Nur 36 Prozent der Befragten empfinden die gesellschaftliche Anerkennung als angemessen“.


Es wird immer mehr

„Grundsätzlich kommen die KollegInnen ihrer verantwortungsvollen Aufgabe mit großem Engagement und mit Herzblut nach“, weiß AK-Vorstandsmitglied Beatrix Eiletz als Betriebsratsvorsitzende der Volkshilfe. In den vergangenen Jahren sei aber zu beobachten, dass die KollegInnen immer mehr Tätigkeiten, Verantwortung und Bürokratie aufgebürdet bekommen.
Hilfeschrei ernstnehmen
AK-Präsident Josef Pesserl: „Es fehlt an allen Ecken und Enden. Die Folgen: Burnout-Gefahr, Berufswechsel, enttäuschte Erwartungen.“ Geht es nach ihm, sollte es neben der Aufwertung des Berufsstandes, der Verbesserung des Betreuungsschlüssels oder der Freistellung der KBBE-LeiterInnen ab einer gewissen Kindergartengröße auch eine höhere Entlohnung oder mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung geben.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.