10.08.2016, 14:45 Uhr

Das unheimliche Nachtmahl

Im Sommer, wenn die Dämmerung beginnt und Hitze nachlässt, lockt mich die üppige Natur in die paradiesischen Hügeln des Weinlandes. Die friedliche Atmospähre in den lauschigen Gastgärten, das preiswerte Abendessen, begleitet von einem Glas edlen Rebensaftes, lässt mich bewusst werden, wie privilegiert ich bin.
Man hört nicht nur die Grillen zirpen, auch die Leute haben sich viel zu erzählen. Ich gewinne die Einsicht, das ist eine gesunde Gegend, hier grassieren keine Zivilisationskrankheiten. Obwohl ich eigentlich mein Nachtmahl noch mit einem weiteren Grauburgunder genießen wollte, dränge ich zum Aufbruch. Die mir unbekannten Stimmen hinter dem Liguster erarbeiten sich eine Lösung für das Problem mit den „Refugees“. Es geht zu wie bei der legendären „Berliner Wannsee-Konferenz“.
Nach diesem Hörgenuss dachte ich mit Macbeth: „Ich hab´zu Nacht gegessen mit Gespenstern, und vollgesättigt bin ich von Entsetzen“, und ging nach Hause.

LG. Friedrich
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