12.06.2016, 15:47 Uhr

Eine Rübe als Schuljause in Wagna

Am 1. Dezember 1917 fand eine außerordentliche Sitzung des Verwaltungsausschusses statt, bei welcher erschienen waren: Herr Amtsleiter Dr. Wollte, Direktor Ing. Penso, Dr. Ipavic, Oberforstrat Mirossevic, Direktor der Verpflegsabteilung Frankl, die Barackenkommissäre und sämtliche Vertrauensmänner, Leiter der Verhandlung war Herr Direktor Penso. Der Vorsitzende teilt zu seinem Bedauern mit, dass sich die Barackenverwaltung bemüßigt sieht, die täglichen Brotrationen herabzusetzen, da die Mehlvorräte stets im Abnehmen begriffen sind und die bestellten neuen Quantitäten infolge von Verkehrshindernissen nicht eintreffen können. Die Brotration wird daher von 200 Gramm auf 150 Gramm täglich reduziert, wobei man jedoch bestrebt sein wird, den Brotmangel durch größere Fleisch- und Kartoffelquantitäten nach Möglichkeit zu ersetzen. Um den Kranken keine neuerlichen Entbehrungen aufzuerlegen, wurde beschlossen, in den Spitälern die bisherige Brotration zu belassen, während hingegen die Schuljause auf Marmelade und eine Rübe reduziert wurde. Der Vorsitzende ersucht die Vertrauensmänner, von dieser neuen Maßregel Kenntnis zu nehmen und die Bevölkerung über die Gründe aufzuklären. Lagerzeitung vom 8. Dezember 1917.
Obwohl der österreichische Kaiser Karl, besonders dessen Mutter Zita, sich um einen Frieden bemühten, fanden sie bei den Verbündeten kein Gehör, im Gegenteil: Man hängte ihnen für ihre Bemühungen das Etikett "Vaterlandsverräter" um.
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