11.10.2016, 12:52 Uhr

Gedanken einer Türkin, die in Leibnitz lebt

Das Leben in Österreich: Gedanken zum Weltmädchentag am 11. Oktober 2016.

Ich bin eine Türkin, bin hier in Österreich geboren und habe auch österreichische Freunde mit denen ich mich gut verstehe. Wegen unserer Religion ist es nicht so leicht hier zu leben.
Wir Muslime dürfen nicht alles machen was die Österreicher dürfen, so ist es z.B. in unserer Religion verboten, Geschlechtsverkehr vor der Ehe zu haben. Es ist bei uns Muslimen auch verboten, dass eine Frau einen Christen heiratet, weil der Mann nicht beschnitten ist. Ein muslimischer Mann darf aber sehr wohl eine Christin heiraten. Ich muss immer aufpassen, wenn ich mit Freunden etwas essen oder trinken gehe, weil ich kein Schweinefleisch essen und keinen Alkohol trinken darf. Ich befolge diese Regeln, auch wenn sie heutzutage viele nicht einhalten.
Bei uns Muslimen gibt’s auch den Ramadan. Da fasten wir einen Monat lang und wir dürfen bis zum Sonnenuntergang nichts essen und trinken. Bei den Christen gibt es zwar auch die Fastenzeit um Ostern, aber sie wird nicht so streng praktiziert wie bei uns. Und sie dürfen schon was essen und trinken aber sie müssen nur auf etwas verzichten was sie gerne essen oder trinken. Es ist ein Vorteil für unsere Karriere dass wir zwei Sprachen haben aber es ist nicht so leicht dass man zwei Sprachen hat weil man beides Sprechen muss und manchmal wenn wir in der Schule sind reden wir auch Türkisch und manche Lehrer und Mitschüler respektieren es nicht das wir Türkisch reden. Manche Eltern wollen auch nicht dass ihre Kinder mit uns Türken befreundet sind oder umgekehrt Türkische Eltern wollen nicht dass ihre Kinder mit Österreicher befreundet sind nur weil wir aus anderem Land kommen. Wenn ich mit meine Freundin sitze und rede erzählt sie mir dass sie fortgeht mit ihren Freund oder das ihr Freund mit ihr lebt. Aber ich darf so was nicht, obwohl ich 18 bin und hier geboren bin. Ich muss zu Hause sein bevor es finster wird und darf dann nicht fortgehen. Ich esse kein Schweinefleisch und trinke kein Alkohol und versuche mich an alle meine Regeln zu halten. Aber manchen ist es egal, weil Sie nicht so strenge Eltern haben. Alle meine österreichischen Freunde respektieren mich wie ich bin. Ich respektiere sie auch so wie sie sind. Es ist schon schwierig hier zu leben für alle Ausländer, die hier geboren oder hier hergezogen sind, aber wenn man will, schafft man alles. Man sollte sich ein wenig anpassen und respektvoller sein.

D. C., Leibnitz

Gedanken zum Weltmädchentag von Timea Ráth-Végh
3
Diesen Mitgliedern gefällt das:
1 Kommentarausblenden
1.036
Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 11.10.2016 | 17:27   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.