23.03.2016, 11:15 Uhr

Im Zeichen der weltweiten Migrationsbewegung

Viele Herausforderungen gab bzw. gibt es für die Polizei auch am Grenzübergang in Spielfeld zu bewältigen.

Kriminalitätsentwicklung 2015: Steirische Polizei zieht Bilanz.

Die steirische Polizei zieht Bilanz über die Kriminalitätsentwicklung im Jahr 2015. Einmal mehr ging die Zahl der angezeigten Straftaten im Jahr 2015 zurück, die Aufklärungsquote lag bei über 46,5 Prozent.

Der rückläufige Trend in der Kriminalitätsentwicklung der vergangenen zehn Jahre setzte sich auch im Jahr 2015 fort. Wurden im Jahr 2006 noch 64.466 Straftaten angezeigt, so waren es im Vorjahr 55.491 Straftaten, was einen Rückgang von 1,6 Prozent zum Vorjahr bedeutet.

Die Aufklärungsquote, die in den Jahren 2006 und 2008 mit 42,6 Prozent Tiefststände und 2013 mit 48,3 Prozent einen Höchststand erreicht hatte, lag im Jahr 2015 bei 46,6 Prozent.
Der Erfolg ist auf den gezielten Ressourceneinsatz, die verbesserte moderne Analyse- und Tatortarbeit und vor allem auf die Arbeit der engagierten steirischen Polizistinnen und Polizisten zurückzuführen.“

Kriminalitätsfelder im Detail („Big Five“)


Mit dem Begriff „Big Five“ oder „Die großen Fünf“ fasst das Bundeskriminalamt jene Kriminalitätsfelder zusammen, die das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung am stärksten beeinflussen: Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser, Kfz-Diebstähle, Gewaltdelikte sowie Cybercrime und Wirtschaftskriminalität. In der Steiermark haben sich diese Bereiche wie folgt entwickelt:

Ø Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser stieg im Vergleich zum Jahr 2014 um 9,1 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet dies einen Anstieg von 1.397 Anzeigen im Jahr 2014 auf 1.524 Anzeigen im Jahr 2015.

Ø Die Anzahl der Kfz-Diebstähle sind in unserem Bundesland von einem Höchststand von 866 im Jahre 2008 auf einen Tiefstand von 184 im Jahr 2010 gesunken. Seither gibt es jährlich einen leichten Anstieg. Im Jahr 2015 wurden 249 KFZ-Diebstähle angezeigt. Erfreulicherweise konnte bei diesem Delikt mit 20,1 Prozent die höchste Aufklärungsrate seit 2006 erreicht werden. Gegenüber dem Vorjahr konnte die Aufklärung um 1,0 Prozent gesteigert werden.

Ø Bei Gewaltdelikten ist gegenüber 2014 ein Rückgang von 4,0 Prozent feststellbar oder in absoluten Zahlen bedeutet das einen Rückgang von 4.401 auf 4.223. Hingegen liegt die Aufklärungsquote bei 85,2 Prozent und ist seit zehn Jahren der höchste Wert.

Ø Im Bereich Cybercrime ist im Zehn-Jahres-Vergleich eine Anzeigenzunahme feststellbar. Obwohl es in den Jahren 2014 gegenüber 2013 einen leichten Rückgang gab, stiegen im Jahr 2015 gegenüber 2014 die Anzeigen um 3,7 Prozent. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote im Vergleich zu den Vorjahren auf 43 Prozent gesteigert werden.

Ø Im Bereich der Wirtschaftskriminalität wurden im Vorjahr 5.573 Fälle und 2015 5.308 Fälle angezeigt, das entspricht einem Rückgang von 4,7 Prozent im Vergleich zu 2014.


Anstieg der Schlepperkriminalität


Auf Grund der weltpolitischen Situation und der daraus resultierenden Flüchtlingsströme hat die Schlepperkriminalität 2015 sehr stark zugenommen und somit das Ergebnis der Kriminalstatistik stark belastet. Im Jahr 2015 wurden in der Steiermark 229 Anzeigen wegen Schlepperei angezeigt, was einen Anstieg um 53,7 Prozent gegenüber 2014 bedeutet.

Nach Schätzungen von „Europol“ hatten im vergangenen Jahr über 90 Prozent der Migrantinnen und Migranten die Hilfe von Schleppern. Bei einem anhaltenden Zustrom rechnet Europol damit, dass sich die Profite der organisierten Täterbanden 2016 verdoppeln oder verdreifachen. Konkrete Maßnahmen, wie unter anderem die Installierung des Joint Operational Office in Wien als verlängerter Arm des neu gegründeten European Migration
Smuggling Centers von Europol, wurden bereits erarbeitet.

Zukünftige Herausforderungen


Das Jahr 2015 stand im Zeichen der weltweiten Migrationsbewegung und ging oftmals mit der Angst vor einer steigenden Kriminalität einher. Eine Analyse der Opfer und der
Tatverdächtigen-Struktur zeigt, dass es sich bei beiden Gruppen zu rund zwei Drittel um inländische und zu rund einem Drittel um fremde Personen handelt.

Verglichen mit den Vorjahren ist diese Entwicklung in der Steiermark konstant. Unterteilt nach Aufenthaltsstatus der fremden Tatverdächtigen ist die größte Gruppe jene ohne Beschäftigung (28,5 Prozent) gefolgt von den Arbeitnehmern (27,7 Prozent) und den Asylwerbern (16,0 Prozent), die 2015 die Anzahl an tatverdächtigen Touristinnen und Touristen (10,4 Prozent) überholt hat.

Zu den meist begangenen Delikten zählen der Diebstahl, die Körperverletzung und der unerlaubte Umgang mit Suchtmittel. Eine laufende Analyse möglicher Auswirkungen der Migrationswelle nach Europa und dementsprechende Ermittlungsschritte werden 2016 ein Schwerpunkt der kriminalpolizeilichen Arbeit sein.

Besondere Tatklärungen im Jahr 2015


Eine internationale KFZ-Verschiebebande konnte durch länderübergreifende Zusammenarbeit ausgeforscht werden.
Klärung einer Einbruchserie in eine Lebensmittelkette
Festnahme eines inländischen Serieneinbrechers, dem 120 Einbrüche nachgewiesen werden konnten
Klärung eines Juwelierraubes durch eine internationale Tätergruppe

Kriminalpolizeiliche Schwerpunkte 2016


Im heurigen Jahr liegt das Hauptaugenmerk der kriminalpolizeilichen Arbeit in der Bekämpfung der Eigentumskriminalität, der Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser, Taschendiebstahl, Fahrraddiebstahl, der Gewaltkriminalität und der Schlepperkriminalität.
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