01.10.2016, 14:18 Uhr

Obstbau in Silberberg 1916

Der Obstbau ist wieder nach Silberberg zurückgekehrt. Vor 100 Jahren hatte er große Bedeutung für die Steiermark und fand daher im Lehrplan der Winzerschule Beachtung. Eine Zeitung berichtete:
" Wir haben bereits in Nr. 82 in Wort und Bild die Obstbaukühlanlagen vorgeführt, welche vor mehreren Jahren an der steiermärkischen Landes-Winzerschule Silberberg bei Leibnitz, deren Zweck es ist, Söhne bäuerlicher Besitzer in Obst- und Weinbau praktisch zu unterweisen, errichtet wurden.
Diese Schule, deren Gebäude einen dahinter liegendem Obstgarten zeigt, verfügte auch über ein bedeutendes Obstgut, das zum Zweck der Errichtung desselben 1895 vom Land Steiermark angekauft wurde. Im Laufe der Jahre wurde der Bestand an Obstbäumen noch bedeutend vergrößert. Derzeit befinden sich dort 2334 Zwergbäume, 909 Hochstämme und 212 Halbhochstämme, die schon zum größten Teil im Ertrag stehen. Die großen Obstmengen, die in Silberberg gewonnen werden, erforderten zweckentsprechende Einrichtungen, um das Obst in frischem Zustand zu konservieren und es auf diese Weise möglichst gut zu verwerten. Zu diesem Zweck wurde die bereits genannte Kühlanlage errichtet, die sich sehr gut bewährte, indem dadurch möglich wird, die Obstfrüchte möglichst lange unversehrt zu erhalten und sie erst dann zum Verkauf zu bringen, wenn frisches Obst bereits rar ist und dafür gute Preise bestehen.
Während des ersten Weltkrieges konservierten die Schüler 2000 Gläser Obst und spendeten sie den Lazaretten. Die Landes-Winzerschule in Silberberg hat auch im Laufe der Jahre eine große Obstkultur gewonnen, deren derzeitiger Bestand 2.334 Zwergbäume, 909 Stück Hochstämme und 212 Halbhochstämme ist, die fast sämtliche in Ertrag stehen. Die großen Obstmengen, die in Silberberg gewonnen werden, sowie der Umstand, dass an dieser Anstalt die Söhne bäuerlicher Besitzer praktisch im Obst- und Weinbau unterwiesen werden, machte es wie geschaffen, die Frage der Obstaufbewahrung in Kühlräumen und deren Ertragsfähigkeit zu erproben. Mit Unterstützung des Ackerbauministeriums wurde eine Kühlanlage errichtet, die zwei Kellerräume, Vorkeller und Kühlkeller besitzt. Der letztere ist 10 Meter lang und 4 Meter breit und 3 Meter hoch. Im Kühlkeller sind in den Winkeln dicht unter der Decke die Rippenrohre, in denen die Verdampfung der schwefeligen Säure stattfindet, aufgehängt. Sämtliches Obst wird sofort nach der Ernte sorgfältig in Horden sortiert. Es kommt dann zur Vorkühlung in den Vorkeller und nach ein bis zwei Tagen in den Kühlkeller, wo die Obsthorden, damit sie von allen Seiten von der gekühlten Luft umspült werden, mit ihren Enden auf viereckigen Balken, die quer durch den Keller gelegt sind, ruhen. Der Kühlkeller fasst 18.000 kg auserlesenes Obst."
Allgemeine Wein-Zeitung Nr. 1682/1916 vom 23. März 1916.
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