04.07.2016, 14:49 Uhr

Über den Kugelblitz

Sehr oft beobachten die Menschen Kugelblitze in Wohnungen. Ein Kugelblitz hat eine sehr große Spannung, aber wenig Explosionskraft. Sie zünden keine Häuser an, weil sie nur über eine geringe thermische Energie verfügen. Die Wissenschaft zweifelt die Existenz der Kugelblitze lange an, kann sie aber dann im Experiment herstellen. Kugelblitze entstehen, nach dem ein Blitz in ein quarzhältiges Medium eingeschlagen hat, wodurch Quarz verdampft und ein Wölkchen aufsteigt. Die Dampfkugeln werden durch die elektrisch geladenen Siliziumteilchen sichtbar.

Der 4. und 5. September 1899 zählte zu den klarsten Sommertagen des Jahres, aber am 6. September war die Luftdruckverteilung wieder unregelmäßig geworden; im Norden befand sich ein Depressionsgebiet. Der Tag brachte zwei größere Gewitter, von denen das eine in der Zeit von 10.30 Uhr bis 15 Uhr seinen Weg von Spital am Phyrn mittags über Eisenerz, Bruck 13 Uhr, Weiz 14 Uhr und Fürstenfeld 15 Uhr nach Ungarn nahm, wobei sie auch den Markt Leibnitz einen Besuch abstatteten.

Der Lehrer Berthold Schellauf in Leibnitz erzählte ausführlich über eine Kugelblitz-Erscheinung, die am 6. September 1899 beobachtet worden ist. Dem Bericht ist folgendes zu entnehmen:
Um 20.45 des bezeichneten Tages schlug der Blitz gleichzeitig in zwei einander gegenüber stehende Häuser in Leibnitz ein, die gerade einmal 50 Schritte entfernt sind.
Im nördlicheren der beiden Häuser saß im Augenblick des Einschlages eine Frau nahe beim offenen Fenster; sie sah ein Feuer durch dieses hereinkommen, gleichzeitig erschütterte ein fürchterlicher Krach das ganze Haus. Das Dach verlor mehr als die Hälfte seiner Ziegel und alle Zimmerdecken bekamen Sprünge. Näheres über das Feuer, das beim Fenster hereingekommen war, konnte die Frau nicht mitteilen, weil sie vorübergehend betäubt war. Im anderen Haus saß gerade eine Familie bei der Abendmahlzeit um einen großen Tisch, über dem sich eine große Hängelampe befindet. Plötzlich kam längs der Lampe in sehr rascher Bewegung eine birnförmige Feuermasse von bläulich-gelber Farbe zum Tisch herab, warf hier ein mit Bier gefülltes Glas zu Seite und zerschmetterte es, während die Lampe unversehrt geblieben war. Von den fünf im Zimmer anwesenden Personen verspürten drei Schläge in den Gliedmaßen, bzw. leichtere Lähmungen, zwei blieben ganz unverletzt. Vom Tisch bewegte sich der feurige Körper seitwärts gegen den Ofen (das Glas war nach der entgegengesetzten Seite geworfen worden) und endete dort mit einem großen Knall explodierend. Während der Fortbewegung der Kugel war kein Geräusch vernehmbar gewesen. Da der Plafond des Zimmers keine Beschädigung zeigte, so gewinnt es den Anschein, als ob der Kugelblitz seine Entstehung und sein Ende im Zimmer gefunden habe. Während derselbe im Zimmer seine Schrecken verbreitete, schlug ein anderer Blitz in die neben dem Zimmer befindliche Küche. In keinem der Häuser war ein Brand verursacht worden.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Weitere Beiträge zu den Themen
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.