18.03.2016, 07:52 Uhr

Weihnachtlicher Ostertanz

Ein Gedicht von Karin Frühwirth

Heute wollt' ich mit Genuss
stehen in der Küche,
doch der Himmel voll Verdruss
schickt Schnee - und ich schick' Flüche.

Osterbrot wollt ich nun backen,
freudig um des Frühlings Willen.
Doch aus dem Brot werd’n Osterzacken
und ich schluck' Antidepri-Pillen.

Osterbrot ähnelt dem Weihnachtsstern
(mit dem Wetter doch kein Wunder!)
und ich ruf: „Habt mich doch gern!“
und hol den Weihnachtsschmuck herunter.

Pack' aus - Lametta und Glitzerschleifen
und schmück' den Baum vor unserm Haus!
Hör' den Spatz verwundert pfeifen,
kennt sich gar nicht aus.

Eingemummt in Schal und Socken
tanz' ich übers weiße Land.
Mich umwirbeln kalte Flocken
und halt Spritzkerzen in der Hand.


Oben an der Himmeslpforte
steht kopfschüttelnd Petrus - und ruft die Worte:

"Was hat dieser Wirbel zu bedeuten,
lasst sofort die Himmelsglocken läuten!"
Sein Lehrling kommt gleich angerannt,
und hält den Kalender - verkehrt in der Hand.
Düster ist Petrus’ Gesicht,
als er spricht: "Himmelszeiten!
Bub, du verdrehst schon wieder die Jahreszeiten!
Natur und Menschen werden wirr,
schau nach unten, sie tanzen wie irr.

Schnell - schick der Natur neues Leben,
denn der Himmel muss sein Zeichen geben!
Weihnachten wird Jesus geboren,
und schenkt Liebe und Hoffnung – dafür ist der Winter auserkoren.
Doch die Aufgabe des wärmenden Frühlings ist,
dass der Mensch die Auferstehung nicht vergisst.

Nun lauf jetzt Bub, Ostern ist nicht mehr weit,
es ist nur noch ein paar Tage Zeit.
Öffne dem Frühling das Himmelstor,
lass endlich Sonne und Licht hervor.
Die scheinbar tote Natur wird wieder auferstehn,
bis Ostersonntag sollen alle dieses Wunder sehn!

Karin Frühwirth (26. März 2013)
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