15.04.2016, 12:33 Uhr

Aufgepasst, es geht um die Sicherheit unserer Kinder

Was ist denn da passiert? Abschreckend wirkten die aufgemalten Wunden des Roten Kreuzes Leoben auf die Schüler der NMS-Leoben-Stadt allemal.

Mit dem Kindersicherheitstag startete heute ein fünfjähriges Projekt zur Steigerung der Kindersicherheit im Bezirk Leoben.

LEOBEN. Augen auf, Ohren auf – Helmi ist da! Das Maskottchen des Kinderverkehrsclubs, das bereits seit Jahrzenten für Kindersicherheit steht, durfte am Kindersicherheitstag in Leoben nicht fehlen. Genau dieses Motto trifft auf das Projekt KinderSicherer Bezirk von "Große schützen Kleine" zu, die in den nächsten fünf Jahren die Zahl der Kinderunfälle im Bezirk senken wollen.

Großaufgebot am Kindersicherheitstag

Den Startschuss dafür bot der heutige Kindersicherheitstag im Schulzentrum Leoben-Stadt, bei dem über 400 Kinder und Jugendliche an 19 Stationen spielerisch von Einsatzorganisationen, Vereinen und Institutionen in Sachen Sicherheit geschult wurden.
Wie man sich sicher im und um Wasser verhält zeigte die Österreichische Wasserrettung, Sicherheit im Verkehr lehrten die Stadtwerke und die Polizei und die Freiwillige Feuerwehr führte in den Umgang mit Feuer ein. Auch Stationen zum Inline Skaten, Klettern und weitere Bewegungs- und Koordinationsspiele sowie ein Aufprallsimulator wurden sicher bewältigt – dafür setzten sich goInline, ARBÖ, ASKÖ, SVB, AUVA oder auch K.S.F. Gym Leoben ein. Das Rote Kreuz Leoben gab den Kindern des Kindergartens Josefinum, der Volksschule und der NMS Leoben-Stadt hilfreiche Tipps zur Ersten Hilfe und mit der Österreichischen Rettungshundebrigade Staffel Leoben wurde das richtige Verhalten im Umgang mit Hunden trainiert.

5 Jahres Projekt zur Kindersicherheit

Nicht nur einen Tag lang drehte sich alles um Kindersicherheit, das Gesundheits- und Gemeinderessort des Landes Steiermark und der Sozialhilfeverband setzen sich in den nächsten fünf Jahren für mehr Kindersicherheit im Bezirk ein. Denn jährlich werden rund 166.000 Kinder nach einem Unfall im Krankenhaus behandelt. "Rund 20 Kinder pro Jahr sterben aufgrund eines Unfalls, rund doppelt so viele sind in Folge eines Unfalls schwer behindert", sagt Holger Till, Präsident von Große schützen Kleine.
Die meisten nicht-tödlichen Unfälle ereignen sich bei jüngeren Kindern in den eigenen vier Wänden, bei den älteren im Freizeit- und Sportbereich. Tödliche Kinderunfälle passieren am häufigsten im Straßenverkehr, gefolgt von Ertrinkungsunfällen in Pools und Seen. 40 Preozent aller Todesfälle wären jedoch grundsätzlich vermeidbar. Unfallprävention stellt daher einen Schwerpunkt des Projektes dar. Auch der Leobener Bezirkshauptmann Walter Kreutzwiesner und Anton Lang, Obmann des Sozialhilfeverbandes, – beide im Lenkungsausschuss des KinderSicheren Bezirkes – sind sich sicher, dass durch bessere Aufklärung bereits im Kindesalter viele Unfälle vermieden werden können. Dafür müssen Kinder immer wieder auf Gefahren und ihre möglichen Auswirkungen aufmerksam gemacht werden. "Kinder sind unsere Zukunft, es ist unser Anliegen, sie zu schützen, zu stützen und somit auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten", sagt Petra Mauser-Dukart, Leiterin Kindergarten Josefinum.

Aus Sicht der Kinder

Für Kinder ist der Begriff Sicherheit sehr vielseitig, das wissen Lorenz Moser und Vanessa Mitterhuber, Kinderbürgermeister der Stadt Leoben. "Zum Beispiel kann das Sicherheitsgefühl von Kindern erhöht werden, wenn sie gemeinsam mit Erwachsenen Spielplätze testen und auf Mängel aufmerksam machen. Oder wenn man Angst vor Hunden hat, dann fühlt man sich sicherer, wenn die Hunde an der Leine sind. Ich fühle mich sicherer, wenn an Orten wie dem Bahnhof oder der Innenstadt mehr Polizeipräsenz ist. Wichtig für Kinder, die in die Schule gehen und mit dem Bus fahren, ist auch Sicherheit an den Bushaltestellen, die zu den Stoßzeiten sehr überfüllt sind", sagt Kinderbürgermeister Lorenz Moser.
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