08.07.2016, 13:44 Uhr

Ein Jahrhundert Fahrzeugtechnik trifft auf 1.300 Jahre Erzabbau

Männer und ihr Lieblingsspielzeug. (Foto: Abenteuer Erzberg)
EISENERZ. Alljährlich veranstaltet der Automobil Veteranen Club Austria (AVAC) eine Rundfahrt durch Österreich – exklusiv für Autos mit einem Baujahr vor 1945. Im heurigen Jahr war der Ausgangspunkt der Austria Historic 2016 das Ennstal. Dabei durfte auch ein Abstecher zum steirischen Brotlaib nicht fehlen.
Edel traf auf krude, chic auf praktikabel und alt auf neu beim Besuch eines außergewöhnlichen Fahrzeugkonvois auf dem steirischen Erzberg. Normalerweise ist man es vom modernsten Tagbau Mitteleuropas ja eher gewohnt, dass der Fuhrpark, der auf den Etagen des Berges unterwegs ist einen eher „rustikalen“ Charme versprüht. Gut ein Dutzend ganz außergewöhnlicher Fahrzeuge verhalfen nun aber mit ihrer ganz eigenen Klasse für einen zusätzlichen optischen Aufputz.


Exklusive Fahrzeuge

Bereits zum sechsten Mal stand heuer für den Automobil Veteranen Club Austria (AVCA) die Austria Historic 2016 an – eine Rundfahrt durch Österreich, exklusiv für Fahrzeuge mit Baujahr vor 1945 reserviert, rund 1.300 Kilometer lang. Gut zwölf der Edelboliden schauten im Zuge dessen auch am Erzberg vorbei.
„Ausgangspunkt für sämtliche Tage der Austrian Historic 2016 ist heuer das Ennstal“, erläutert AVCA-Clubpräsident Kurt Dichtl. „Wenn man sich schon hier in der Region aufhält, dann ist es natürlich ein Ding der Selbstverständlichkeit, dass man auch dem Erzberg einen Besuch abstattet.“
Es ist natürlich kaum verwunderlich, dass die größte Pyramide der Welt auch für Automobilfans von großem Interesse ist – immerhin werden 60 Prozent der jährlich produzierten 2,8 Millionen Tonnen Feinerz bei der voestalpine in Linz verhüttet, woraus dann letztlich Flachstahl für die Automobilindustrie hergestellt wird.


Internationale Teilnehmer

Ob auch bei den Fahrzeugen der Austria Historic-Rundfahrt Stahl aus obersteirischen Rohmaterial verbaut wurde ist zwar nicht bekannt, Tatsache ist aber, dass die Oldtimer allesamt einen langen Weg hinter sich haben. „Wir haben bei der Rundfahrt immer wieder Teilnehmer aus aller Herren Länder“, sagt Dichtl. „Sogar aus Australien, der USA, Mexiko und vielen anderen Ecken der Welt haben sich Motorbegeisterte zu unserer Tour durch Österreich dazugesellt.“

Den Berg hinauf

Nach der Live-Sprengung über 120 Meter auf den Etagen –IV und –V wurde der fahrbare Untersatz vom Oldtimer auf den Hauly gewechselt. Mit dem 55-tonner ging’s Etage über Etage über den steirischen Erzberg. Gekrönt wurde der Besuch der Oldtimer mit einem Ausflug auf der Etage Dreikönig, die höchste heute noch bearbeitete Etage des Erzberges. Es dürfte wohl eine Premiere gewesen sein, dass ein Chevrolet aus dem Jahre 1928 dort oben verkehrte – doch auch Traditionen haben irgendwann zum ersten Mal stattgefunden.


Automobilgeschichte

Der AVCA wurde 1972 von Henry Goldhann gegründet. Laut eigener Angabe ist man im Club bemüht, den in Österreich vorhandenen Bestand an historischen Fahrzeugen zu erfassen, zu restaurieren, zu erhalten und nach Möglichkeit zu erweitern. „Wir glauben, dass die österreichische Automobilindustrie in der Entwicklung dieser Jahrhunderterfindung einen wesentlichen technischen Beitrag geleistet hat“, so die Überzeugung der Clubmitglieder. Gegen das Vorurteil, dass Old Timer automatisch Millionenwerte besitzen, verwehrt man sich hingegen vehement: So besäßen laut Angaben der Experten vom AVCA 78 Prozent aller Oldtimer einen Wert von unter 15.000 Euro.
Die Austria Historic fand heuer zum sechsten Mal in Folge statt. Mit dem Ausgangspunkt Ennstal bereist man eine Woche lang (3.7. – 10.7.2016) Zentralösterreich. Vom Salzkammergut in die Nockberge, auf den Stoderzinken, den Sölkpass und den Spielbergring. Die Fahrt ist nicht gewinnorientiert – sie ist eine Unternehmung von Freunden alter Automobile für Freunde alter Automobile. Im nächsten Jahr startet die Austria Historic in Velden.

Text und Fotos: Abenteuer Erzberg
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