17.03.2016, 08:00 Uhr

Wir ernten das Holz unserer Vorfahren

Immer im Einsatz für den Wald: Norbert Weber, Leiter der Mayr-Melnhof-Forstverwaltung Göß.

Keinem liegt die Pflege des Waldes so am Herzen wie der Forstwirtschaft.

LEOBEN. Kaum ein Rohstoff ist so vielfältig wie das Holz. Es wächst in unseren Wäldern, es entzieht der Luft Kohlendioxid (CO₂), setzt Sauerstoff frei und speichert dabei den Kohlenstoff im Holz – und zwar so lange es besteht. Damit das auch so bleibt, muss der Wald gehegt und gepflegt werden. Niemand weiß das im Bezirk Leoben besser als Norbert Weber, Leiter der Mayr-Melnhof Forstverwaltung Göß.
Leoben ist einer der waldreichsten Bezirke der Steiermark, dessen Gesamtfläche zu drei Vierteln aus Wald besteht (76,4 Prozent, Stand 2009). Davon sind nur 15 Prozent in den Händen von Kleinbesitzern, die restlichen 85 Prozent werden in Betrieben bewirtschaftet. Einer dieser Betriebe ist Mayr-Melnhof, dem 25 Prozent der Waldfläche in Leoben gehören.

Was wächst im Bezirk?

Der Wald, als einer der wenigen nachwachsenden Rohstoffe, nimmt ständig an Fläche zu. Pro Stunde wächst im Bezirk Wald in der Menge von zwei Holzhäusern (etwa 80 Festmeter), pro Tag sind das 40 Häuser. Aber auch wenn Holz nachwächst, es braucht seine Zeit. "Wir ernten das, was die vorige Generation gesät hat", erzählt Norbert Weber. "Wir haben bei uns in den Wäldern Bäume, die mehrere hundert Jahre alt sind." Hauptsächlich sind das Nadelhölzer wie die Fichte (67%) und die Lärche (8,7%), aber auch Laubholz wie die Rotbuche (5%), Esche oder Birke.

Das Bild vom Wald

"Im Laufe der Geschichte hat sich das Bild vom Wald völlig gewandelt. Von einem finsteren, düsteren Ort über einen reinen Brennstofflieferanten zu einem multifunktionalen Ort mit Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion", sagt Weber. Erst mit dem Aufkommen von Kohle und Koks wurde Holz (Holzkohle) als Energielieferant abgelöst und der Wert von Holz erkannt. Daher wundert es nicht, dass auch der Begriff der Nachhaltigkeit aus der Forstwirtschaft kommt. Denn vor 300 Jahren hat man erkannt, dass man aus dem Wald nicht mehr herausnehmen darf, als nachwachsen kann. Seitdem gibt es genaue Waldnutzungsgesetze und es wird auf den respektvollen Umgang mit der Natur und ihren Rohstoffen geachtet.
Bis heute ist die Forstwirtschaft darum bemüht, den Wald zu schützen, zu pflegen, zu bewirtschaften und die Menschen auf seine Bedeutsamkeit aufmerksam zu machen. Sie ist das Bindeglied zwischen der Bevölkerung und dem Wald. "Der Druck, die Natur zu schützen, wird immer größer", beont Weber, denn Wanderer, Tourenskigeher, Kletterer und Mountainbiker, sie alle wollen den Besuch im Wald genießen.

Forst im Bezirk Leoben

84.000 Hektar der knapp 110.000 Hektar Gesamtfläche in Leoben sind Waldfläche. Franz Mayr-Melnhof-Saurau ist mit einer Gesamtfläche von 32.400 Hektar der größte Privatforstbetrieb in Österreich. Alleine im Bereich Forst beschäftigt Mayr-Melnhof 52 Menschen. Dazu zählen Forstmeister, Förster, Forstwarte, Berufsjäger sowie LKW-Fahrer, Kulturarbeiter.
Auch die Waldpädagogik und die Lehrlingsausbildung ist den "Mayrischen" wichtig. Als ein Leitbetrieb in der Steiermark mit den meisten Ausbildungsplätzen werden hier Berufsjäger-Lehrlinge, Forstfacharbeiter-Lehrlinge und Forstadjunkte ausgebildet. Ihre Aufgabe: Den Wald nachhaltig zu bewirtschaften, ihn zu pflegen, aufzuforsten und das Holz zu ernten.
Zusätzlich ist Mayr-Melnhof auch mit Kleinwasserwerken und Biomasse-Projekten im Energiesektor tätig.
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