13.05.2016, 20:46 Uhr

Kapfenberg verschenkt gegen Austria Klagenfurt leichtfertig den Sieg

Dominik Frieser scheiterte mit seinem Strafstoß an Klagenfurt-Torhüter Andreas Leitner. (Foto: GEPA Pictures)

Ein verrücktes Spiel, in dem sich wieder die alte Fußballweisheit bewahrheitet hat: Tore, die man nicht schießt, bekommt man. Kapfenberg erreichte im Heimspiel gegen Austria Klagenfurt trotz zahlreicher Torchancen nur ein Remis. Die KSV-Spieler vergaben zwei Elfmeter und konnten auch die numerische Überlegenheit nach dem frühen Ausschluss von Becirovic nicht nützen. Statt eines Kantersieges hieß es am Ende nur 2:2.

FUSSBALL ERSTE LIGA. Keine Lizenz für Austria Klagenfurt auch in der zweiten Instanz, dementsprechend enttäuscht waren die Gäste aus Kärnten. Trainer Gerhard Fellner: „Auf einer Beerdigung wäre eine bessere Stimmung gewesen als heute im Mannschaftsbus.“
Kapfenberg war in der ersten Spielhälfte klar dominierend und hätte zur Pause mit fünf Toren Vorsprung führen müssen. Doch mangelnde Chancenauswertung verhinderte vorerst zählbare Erfolge.
Philipp Wendler hatte die Führung für Kapfenberg zweimal vor den Beinen: Seinen Schuss von der Strafraumgrenze hielt Leitner (8.). Eine noch größere Möglichkeit konnte die KSV-Solospitze nicht nützen, er scheiterte allein von dem Kärntner Torhüter (15.).
Zweimal zeigte Schiedsrichter Dieter Muckenhammer auf den Elfmeterpunkt, zweimal konnten die Kapfenberger Elfmeterschützen den Ball nicht im Tor unterbringen. Nach einem Foul von Mirnes Becirovic (er sah dafür die „Rote Karte) an Joao Victor Santos Sa trat Kapitän Manfred Gollner zum Strafstoß an – und schoss den Ball knapp rechts am Klagenfurter Tor vorbei (23.). Nach einem Foul von Christian Prawda (Gelbe Karte) an Florian Flecker hieß es wieder Elfmeter für Kapfenberg. Dieses Mal konnte Klagenfurt-Goalie den Schuss von Dominik Frieser halten (29.)
Dass die Falken dennoch mit 2:0 in die Pause gingen, verdanken sie zwei schönen Aktionen. Flecker erzielte mit einem wuchtigen Schuss ins lange Eck die verdiente Führung der KSV-Elf (25.). Stefan Meusburger stellte mit einem schönen Kopfball – nach Flanke von Frieser – in der 31. Spielminute auf 2:0.
Die größte Chance der Klagenfurter vergab Mattias Sereinig nach einem Pass von Marco Sahanek, sein Schuss ging rechts am KSV-Tor vorbei.


Ein verrücktes Spiel

Nach dem Seitenwechsel blieben die Kapfenberger spielbestimmend, Klagenfurt lieferte ein Rückzugsgefecht. Einen Schuss von Meusburger lenkte der Austria-Torhüter mit den Fingerspitzen zur Ecke (58.), nur zwei Minuten später wurde ein Schuss von Wendler abgefälscht und landete nur an der Latte.
Gegen den Spielverlauf der Anschlusstreffer für die Klagenfurter: Raijko Rep nahm eine Steilvorlage auf und spazierte durch die KSV-Abwehr, die Abwehraktion von Flecker blieb erfolglos, neuer Spielstand 2:1.
Die Gäste aus Kärnten witterten ihre Chance, die Angriffe wurden effizienter. Dann die ominöse 85. Spielminute: Kurz ausgespielte Ecke, der Ball landete wieder bei Miesenböck, der aus knapp 25 Metern von der rechten Strafraumseite abzog und Torhüter Christoph Nicht im kurzen Eck überraschte und zum 2:2-Ausgleich traf.
Bitter für Kapfenberg, doch die Chancen auf den Sieg waren in der Schlussphase vorhanden – wurden abermals nicht genützt. Einen Gewaltschuss von Victor lenkte Leitner über die Latte (88.), Frieser spielte auf Victor auf, der nur einen Lattenschuss fabrizierte (91.). Und Leitner – der beste Mann im Klagenfurter Dress – rettete seinem Team das Remis, er hielt einen Weitschuss von Gollner (93.).


Stimmen nach dem Spiel:

KSV-Trainer Kurt Russ: Wir haben unzählige Chancen vergeben, darum tut dieses Unentschieden sehr weh. Bei den Entlastungsangriffen der Klagenfurter haben wir uns nicht gut angestellt. Aber so ist Fußball, ich kann meiner Mannschaft deswegen keinen Vorwurf machen.

Klagenfurt-Coach Gerhard Fellner: Ein Kompliment an unseren Tormann Leitner zu seiner Leistung und an den Rest unserer Mannschaft für die Moral. Die Wahrscheinlich auf einen Lottosechser ist größer, als die Chance heute auf ein Unentschieden, aufgrund der vielen Möglichkeiten der Kapfenberger.

Marco Sahanek (Klagenfurt): Kapfenberg hätte in der ersten Halbzeit den Sack zumachen müssen. Wenn es da 6:0 gestanden wäre, hätten wir uns auch nicht beklagen können. Nach dem Anschlusstreffer war aber wieder alles möglich.

Sky Go Erste Liga, 34. Runde: Freitag, 13. Mai, 18.30 Uhr: KSV 1919 – SK Austria Klagenfurt 2:2 (2:0). Kapfenberg, Fekete-Stadion 800, SR Muckenhammer.

Torfolge:
1:0 (25.) Flecker
2:0 (31.) Meusburger
2:1 (73.) Rep
2:2 (85.) Miesenböck

Rote Karte:
Becirovic (KIagenfurt/31.)

Gelbe Karten:
Victor, Frieser bwz. Prawda

KSV: Nicht – Frieser, Meusburger, Gollner, Haas – Farnleitner – Flecker, Nutz (70. Maier), Racic (46. Grubesic), Victor – Wendler

Austria Klagenfurt: Leitner – Becirovic, Wallner, Sereinig, Prawda – Pürcher, Koch – Miesenböck, Rep, Jaritz (29. Thonhofer) – Sahanek (50. Zakany)

Die letzten Runden der Saison 2015/16:
Freitag, 20. Mai, 18.30 Uhr: LASK Linz – KSV 1919
Mittwoch, 25. Mai, 19.30 Uhr: KSV 1919 – SV Austria Salzburg
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