16.03.2016, 09:11 Uhr

Was man aus zehn Brettern machen kann

Sargkultur von höchster Qualität: Roswitha Kaser, Ewald Wolf (Wolf Bestattung) mit Firmenchef Hannes Daxecker.

Die Daxecker Holzindustrie steht für Sargkultur aus Österreich. Ein Großteil der steirischen Bestattungsunternehmen verwendet diese Produkte, die im oberösterreichischen Feldkirchen an der Donau gefertigt werden.

"Eine Sargfabrik zu besichtigen, wäre das für euch interessant, um darüber zu berichten?" Eine aufs Erste etwas seltsam anmutende Frage, die uns Roswitha Kaser – die Leobener Repräsentantin des steirischen Bestattungsunternehmens Wolf – gestellt hat.
Wir sind neugierig geworden und daher ist ein WOCHE-Team der Einladung zu einer Exkursion nach Feldkirchen an der Donau, zum Sitz der "Daxecker Holzindustrie", gefolgt.
"In unserer Branche ist es nicht immer einfach, öffentlich über Geschäftserfolg zu sprechen. Für Außenstehende, die mit Sarg und Bestattung nur in einer absoluten Ausnahmesituation zu tun haben, kann dies pietätlos wirken. Und dennoch müssen auch Unternehmen in unserem Bereich erfolgreich wirtschaften, um im harten Wettbewerb bestehen zu können", erklärt Hannes Daxecker.

Wertschätzung gegenüber den Verstorbenen

Auf der 25.000 Quadratmeter großen Produktionsfläche werden jährlich 30.000 Särge hergestellt. 51 Mitarbeiter, darunter viele Frauen, sind in der Daxecker Holzindustrie unter der Leitung von Hannes Daxecker beschäftigt.
"Sargkultur aus Österreich" lesen wir im Schauraum, in dem ein kleiner Querschnitt der 178 Sargmodelle, die bei Daxecker hergestellt werden, zu sehen ist. Von Särgen mit Swarovski-Kristallen, Umrahmungen mit Feuerwehrwappen über Lebensfluss-Modelle mit eingelegten Steinen bis zum schlichten Zirbenkiefersarg. Wobei schlicht bei Särgen von Dax- ecker nicht das richtige Wort ist. Daxecker-Produkte sind nicht einfach nur Särge. Sie sind Ausdruck der Wertschätzung der Hinterbliebenen gegenüber den lieben Verstorbenen. Und sie stehen für Qualität, für Qualität aus Österreich.

Qualität aus Österreich

"Wir legen höchsten Wert auf die Herkunft der Materialien. 90 Prozent der verarbeiteten Hölzer sind aus heimischen Forstbeständen. Streng kontrollierte österreichische Spitzenqualität ist das Fundament für unsere Produkte", erklärt Hannes Daxecker. Verwendet wird vorwiegend Eiche aus Niederösterreich, auch steirische Eiche und Zirbenkiefer aus dem alpenländischen Raum, sowie Birke, Kirsche und Nussbaum.

Serienfertigung

Der Firmenchef hat uns zuvor durch die vier Fertigungsbereiche geführt: Die Maschinenproduktion, Teilefertigung, Oberflächenbehandlung und Versand. Klar strukturierte, maschinenunterstützte Produktionsabläufe mit einem hohen Rationalisierungsgrad. Aber ohne Roboter, Handwerkskunst ist nach wie vor gefragt. "Wir bieten eine auftragsorientierte Serienfertigung", erklärt Daxecker. "Von der Auftragserteilung bis zur Lieferung des fertigen Produktes dauert es zwischen fünf und zwölf Werktage."
Wir sind beeindruckt, wie aufwendig aus zehn Brettern ein Sarg entsteht. Und beruhigt, denn wir wissen, wie professionell dieser sensible Geschäftsbereich abgehandelt wird.
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