„Flexibilität wird wichtiger“

w-zanon_bearb (Foto: Wirtschaftsbund)
375 Osttiroler Betriebe bildeten 2009 ingesamt 955 Lehrlinge aus

„Tagtäglich kontaktieren mich junge Osttirolerinnen und Osttiroler mit der Bitte, ihnen bei der Suche nach einem geeigneten Lehrplatz im Bezirk behilflich zu sein“, so der Osttiroler BZÖ-Abgeordnete Gerhard Huber. „Leider sind die Lehrplätze, wie schon seit Jahrzehnten, im Bezirk Osttirol Mangelware und es ist daher oftmals nur möglich, einen geeigneten Lehrplatz außerhalb des Bezirkes für junge Menschen, die unsere Zukunft sind, zu finden“ so Huber.

Laut Huber benötige Osttirol vermehrt innovative Produktionsbetriebe und Investitionen in die Infrastruktur durch Bund, Land und Gemeinden, welche die Wirtschaft ankurbeln und es den Unternehmen möglich machen, Lehrlinge einzustellen.

Als vollkommen oberflächlich und einseitig sieht Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Christian Zanon den Kommentar von Nationalrat Gerhard Huber zur Lehrstellensituation in Osttirol. „Gerade im wirtschaftlich sehr schwierigen Jahr 2009 konnten unsere Betriebe mehr Lehrplätze anbieten als noch ein Jahr zuvor“, kontert Zanon.

Trendwende: Lehrlingsmangel
„Im Krisenjahr 2009 bildeten 375 Osttiroler Betriebe insgesamt 955 Lehrlinge aus. Das sind 24 Lehrplätze mehr als 2008“, stellt Zanon klar. „Diese Daten und die zahlreichen Siege und Top-Platzierungen bei Lehrlingswettbewerben sprechen für die Krisenfestigkeit und langfristige Qualität, die Osttiroler UnternehmerInnen in der Lehrlingsausbildung gewährleisten“.

Längerfristig gesehen werde es sogar zu einer Trendumkehr vom Lehrstellenmangel hin zum Lehrlingsmangel kommen, erklärt Zanon. Schon jetzt sei es für Betriebe in bestimmten Berufsgruppen schwierig, einen Lehrling zu finden. „Im Jahr 2015 wird es in Österreich 18.000 15-jährige und damit potenzielle Lehrlinge weniger geben. Es ist absehbar, dass sich Betriebe um einen Lehrling raufen werden“, prophezeit der Bezirksobmann.und ergänzt: „Flexibilität wird am Arbeitsmarkt insgesamt immer wichtiger, da wird auch unser Bezirk nicht verschont bleiben“.
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