28.09.2016, 14:50 Uhr

Kein Platz für Schimmel

Sporen von Schimmel sind Überlebenskünstler. Laut Untersuchungen können sie über 3.000 Jahre problemlos überleben. (Foto: KK)

Die WOCHE Ennstal und Malermeister Alois Feuchter geben Tipps, wie Sie Schimmel vermeiden können.

Ein normatives, durchschnittliches Raumklima hat ungefähr 20 Grad Celsius Innentemperatur bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 50 Prozent. Feuchte Luft erwärmt sich sehr schlecht. Daher soll immer darauf geachtet werden, dass in jedem Raum eine Temperatur von mindestens 15 Grad Celsius vorherrscht. Dann kann Schimmelbildung von vornherein vermieden werden. Denn trifft warme Luft (bei schnellem Aufheizen) auf eine erkaltete Oberfläche, entsteht Kondensat an den zumeist kälteren Außenwänden und ist in Verbindung mit Staubpartikeln der ideale Nährboden für jeden Schimmelpilz.

Tipps vom Profi
Alois Feuchter, zertifizierter Sachverständiger für Schimmelpilzschäden, gibt einige Tipps, wie Schimmel bekämpft werden kann beziehungsweise erst gar nicht auftritt. Die genauen Luftwechselraten zum Lüften können errechnet werden. Eine Faustformel besagt aber, dass man zumindest zwei- bis dreimal am Tag für ungefähr fünf Minuten Stoßlüften soll. Einbauten und Kästen an kalten Außenwänden sollen immer mindestens fünf bis zehn Zentimeter von der Wand weggestellt werden. Zudem erzeugt eine Person bis zu 1,5 Liter Feuchtelast pro Tag (duschen, waschen, schlafen, WC), die durch Lüften gegen trockene Luft beim Stoßlüften ausgetauscht werden muss. Farbmaterial auf mineralischer Basis ist zu bevorzugen, hat es doch einen hohen pH-Wert und daher keinen guten Nährboden für einen Schimmelpilz. Ein Hygrometermessgerät um wenige Euro verhindert das Übersehen von zu feuchter Luft und erinnert ans Lüften.


Eine Faustformel besagt, dass man zumindest zwei- bis dreimal am Tag für ungefähr fünf Minuten Stoßlüften soll. (Foto: KK)

Heizkosten sparen

Mit Stoßlüften und einer durchgehenden Heizung auf mindestens 15 Grad Celsius spart man Heizkosten, weil für die Erwärmung des Raumes nicht so viel Energie aufgebracht werden muss. Gleichmäßiges Heizen, verbunden mit kurzem Stoßlüften, ist das Geheimnis einer gesunden Raumluft.

Schimmelpilze

Schimmel oder Schimmelpilze vermehren sich über Sporen, die sie an die Luft abgeben. Diese winzigen Sporen bewegen sich überall in der Luft, bis sie einen Platz finden, an dem sie sich ansiedeln und gedeihen können. Insgesamt gibt es über 100.000 verschiedene Arten von Schimmel. Sporen von Schimmel sind wahre Überlebenskünstler. Selbst in einem 3.000 Jahre alten Grab, welches luftdicht abgeschlossen war, wurden noch lebensfähige Sporen von Schimmelpilzen entdeckt. Bei einem verheerenden Einschlag eines Meteoriten sagen Wissenschaftler voraus: Wenn überhaupt etwas überlebt, dann sind es Pilze, insbesondere auch Schimmelpilze. Der Schimmel in der Wohnung muss also nicht erst aktiv "eingeschleppt" oder "erzeugt" werden, die Sporen sind und waren schon immer da.

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