16.04.2016, 00:00 Uhr

Ein Handwerk mit viel Taktgefühl

Karl Maximilian Riedel ist selbst begeisterter Musiker. Sein "Spezialgebiet" ist der Drehleierbau.

Auf den Bau historischer Instrumente hat sich Karl Maximilian Riedel in Admont spezialisiert.

Aus aller Herren Länder - Frankreich, Japan, Deutschland, um nur einige zu nennen - besuchen Musikbegeisterte Karl Maximilian Riedel in Admont, um selbst ihr Instrument zu fertigen. Der gebürtige Münchner ist seit 1984 als selbstständiger Instrumentenbauer tätig, seit vier Jahren lebt er im Gesäuse. Spezialisiert hat sich Riedel auf den Nachbau historischer Musikinstrumente. So findet man in der Werkstatt nicht nur Drehleiern, sondern auch Tischharfen oder Klangbäume. "Musik war schon immer sehr wichtig in meinem Leben. Jedes Instrument, das ich in die Hand nehme, kann ich auch irgendwie spielen", schmunzelt Riedel. Er selbst bezeichnet sich als kreativen Menschen und liebevollen Handwerker - eine perfekte Kombination also für den Beruf des Instrumentenbauers.

Baukurse

Neben dem Verkauf seiner Musikinstrumente bei Messen oder Mittelalterfesten, bietet Karl Maximilian Riedel auch Instrumentenbaukurse an. Beim Besuch in Admont lernte die WOCHE Flo, einen deutschen Buchhalter, der gerade einen siebentägigen Kurs besucht, kennen. Unter Anleitung des Instrumentenbauers fertigt er seine eigene Drehleier. Zwischen 80 und 150 Stunden Arbeitsaufwand sind je nach Instrument zu rechnen, erklärt Riedel. "Ich bin 69 Jahre alt und habe keine Gedanken, dass ich irgendwann damit aufhöre. Mein Lebensmotto ist 'Freude an dem zu haben, was ich tue'. Für mich ist das Bauen kein Arbeitsprozess, sondern ein Schaffensprozess", so Riedel abschließend. Auch Gattin Dagmar hat sich der Musik verschrieben, sie organisiert in Admont heuer bereits zum vierten Mal den "Admonter Lautenherbst".
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