05.10.2016, 14:58 Uhr

Zusammen gegen die Krankheit ankämpfen

Die Parkinson-Selbsthilfegruppe versucht mit vielen verschiedenen Aktivitäten die Betroffenen von der Krankheit abzulenken. (Foto: Kindermann)

Parkinson-Kranke sind nicht allein: Die Selbsthilfegruppe fördert den Austausch Betroffener aus dem Bezirk.

Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Liezen wurde im Jahr 2003 von Brigitte und Günther Kindermann übernommen. Betroffene treffen sich einmal im Monat, um einen gemeinsamen Gedankenaustausch vorzunehmen.
Dabei wird mit verschiedenen Aktivitäten versucht, zumindest für kurze Zeit von der Krankheit abzulenken. Eine Tanzpädagogin lockert das Treffen mit unterschiedlichen Sitztänzen auf, es gibt Denkübungen oder Tätigkeiten im Freien, wie z. B. Bogenschießen.
"Das Treffen ist auch oft nur ein Zusammensein, um sich auszutauschen. Im Internet kannst du dich über alles informieren, aber eben nicht persönlich mit anderen Betroffenen in Kontakt sein", berichtet Brigitte Kindermann. Weil großer Wert darauf gelegt wird, die Sitzungen auch lustig zu gestalten, darf eine jährliche Weihnachtsfeier nicht fehlen.

"Schneckenhaus-Krankheit"

Zum monatlichen Treffen der Selbsthilfegruppe kommen durchschnittlich zehn bis zwölf Betroffene aus dem ganzen Bezirk. Die Tage und Wochen nach der Diagnose stellen für viele eine besonders schwierige Zeit dar. "Die Leute überwinden sich nicht, Parkinson ist eine "Schneckenhaus-Krankheit". Das heißt, die Betroffenen gehen nicht gerne hinaus. Die meisten Kranken kommen über die Partner zu uns", sagt Gruppenleiterin Kindermann.

Bessere Betreuung

Die Betreuung für Parkinson-Kranke ist bisher noch nicht gut organisiert. Für Angehörige ist es schwierig einen leistbaren Pfleger zu bekommen. Das Problem besteht darin, dass es nur wenige Möglichkeiten gibt, einen Betreuer zu finden, wenn der Partner oder Pfleger einen Arzttermin hat oder zum Einkaufen geht. Es geht also eher um eine stundenweise Betreuung und nicht um eine Tagesbetreuung, die es hauptsächlich nur für Demenzkranke gibt.
Für die Zukunft hält Brigitte Kindermann fest: "Es wäre wünschenswert, wenn es mehr Logopäden, speziell auf Parkinson geschult, gäbe." Denn am Ende wird damit den Betroffenen selbst am meisten geholfen.
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