31.05.2016, 06:58 Uhr

Anbot: Annabergs Pfarrboden-Lifte um einen Euro

Bezirksblätter-Sportredakteur Werner Schrittwieser testete im Jänner auch die Pfarrbodenpisten. Zum letzten Mal? (Foto: W. Schrittwieser)

Paukenschlag rund um die Pfarrboden-Lifte: Land bietet sie Annaberg um einen Euro zum Kauf an.

ANNABERG. Schlag auf Schlag geht es bei den Zukunftsplanungen der Annaberger Pfarrboden-Lifte. Wie die Bezirksblätter in der Vorwoche berichteten, plant das Land Niederösterreich die Liftanlagen aus wirtschaftlichen Gründen rückzubauen.

Kaufangebot an Gemeinde
"Wir bieten der Gemeinde Annaberg bzw. allfälligen Interessenten an, die Pfarrboden-Lifte zu einem symbolischen Kaufpreis zu übernehmen", erklärte Helmut Miernicki, Geschäftsführer von ecoplus in der Vorwoche. Wenige Tage später war es nun soweit: In einem schriftlichen Angebot an Bürgermeisterin Petra Zeh bietet der Geschäftsführer der Annaberger Liftbetriebs GmbH, Karl Weber, die Pfarrboden-Lifte zum symbolischen Preis von einem Euro der Gemeinde Annaberg zum Kauf an.

Kostspielige "Extras"
Was im ersten Moment nach einem unglaublichen Schnäppchen klingt, könnte für Annaberg sehr kostspielig werden. Denn das Kaufangebot beinhaltet keine Beschneiungsanlage. Auch die dafür notwendige Wasserzufuhr ist nicht im Preis enthalten. Ein zehn Jahre alter Pistenbully wäre um 45.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer) zu erwerben. "Allerdings wird im Bereich des Pfarrboden-Sesselliftes eine eigene Einstellmöglichkeit und eine Betriebstankstelle zu errichten sein", gibt ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki zu bedenken.

"Nicht wirtschaftlich"
Die Sachlage ist klar: Die landeseigene NÖ Bergbahnen–Beteiligungsgesellschaft m.b.H. plant, sollte man keinen Käufer für die Pfarrboden-Lifte finden, diese einzustellen, da sie nicht rentabel zu führen wären. Dafür sollen die höher gelegenen Reidl-Lifte ausgebaut werden.

Ungewisse Zukunft
Laut Geschäftsführer Markus Redl konnte nur die Saison 2012/13 positiv abgeschlossen werden. In den darauffolgenden drei Saisonen habe man immer ein kräftiges Minus verkraften müssen, insgesamt mehr als 1,6 Millionen Euro. Redl stellt klar, dass die Existenz des gesamten Annaberger Skigebiets bedroht sei, sollte es nicht möglich sein, in Zukunft Gewinn zu machen.
Zahlreiche Annaberger, angeführt von Gunnar Prokop, protestieren und setzen sich für die Weiterführung der Pfarrboden-Lifte ein.

Frist läuft bis 30. Juni
Die Gemeindeführung Annabergs rund um Bürgermeisterin Petra Zeh hat nun bis 30. Juni Zeit, das Kaufangebot zu überdenken.
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