12.07.2016, 09:20 Uhr

Aus Liebe zur Demokratie

Der langjährige Wahlbeisitzer Heinz Preus ortet Motivationsschwund bei seinen Kollegen.

Im Herbst wird die Bundespräsidentenwahl wiederholt. Nicht nur auf die Wähler kommt (wieder) einiges zu.

BEZIRK. Während andere feiern, Ausflüge machen oder einfach nur entspannen, sind es die Wahlbeisitzer die an Sonntagen in Schulklassen, Hinterzimmern von Gasthäusern und Gemeindestuben bis zur letzten Stimme und darüber hinaus ausharren. Insgesamt 416 Wahlbeisitzer (inkl. Ersatz) waren es bei der letzten Bundespräsidentschaftswahl, die im Bezirk für die Stimmauszählung verantwortlich waren und sich nun – aufgrund von "Schlampereien" von Kollegen – dem Wahlprozedere erneut stellen müssen. "Es ist schon sehr ärgerlich, dass so etwas in Österreich passiert ist, auch wenn ich versichern kann, dass bei uns im Bezirk alles seine Richtigkeit gehabt hat", meint VP-Bezirksgeschäftsführerin Chris-#+tine Lechner, die selbst als Wahlbeisitzerin in der Bezirkswahlbehörde fungierte.

Wie man Wahlbeisitzer wird
Im Grunde hängt die Zusammensetzung der Wahlbeisitzer von dem Ergebnis der vorangegangenen Nationalratswahl ab. Jede Partei, die ein Mindestmaß an Stimmen erzielt hat, darf eine gewisse Anzahl von Wahlbeisitzern stellen. Diese müssen nicht zwingend einer Partei angehören, sind aber in der Regel sehr wohl politisch aktiv. Für jeden Wahlbeisitzer muss es laut Gesetz am Tag der Wahl einen zusätzlichen Ersatz geben.

Der Wandel der (Wahl)Zeit
Bereits seit mehr als 22 Jahren erlebt SP-Bezirksgeschäftsführer Heinz Preus eine Vielzahl von Wahlen als Wahlbeisitzer mit. "Man merkt, dass es zunehmend schwieriger wird Menschen zu motivieren sich unentgeltlich an einem Sonntag hinzusetzen und Stimmen zu zählen", so Preus.

Das Problem mit der Briefwahl
Dass der Sonntag als Wahltag auch für immer mehr Wähler unattraktiver wird, davon zeugt die steigende Anzahl von Briefwahlen. Die Auszählung der Briefwahl wird jedoch – anders als jene der Urnenwahl – nicht von den Wahlbeisitzern in den einzelnen Wahlsprengeln oder Gemeinden ausgezählt, sondern immer von neun Bezirkswahlbeisitzern und dem Bezirkshauptmann, der das gesamte Zählergebnis zu verantworten hat. "Die steigende Briefwahl ist positiv zu bewerten, jedoch muss für deren Bewältigung eine andere Lösung gefunden werden", so Lechner. Für Wahlbeisitzer und FP-Gemeinderat Arno Schönthaler steht fest: "Es ist die Aufgabe von uns Wahlbeisitzern dem Dienst an der Demokratie Folge zu leisten und dafür Sorge zu tragen, dass alles seine Rechtmäßigkeit hat und die Wahlgrundsätze eingehalten werden."
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