28.04.2016, 09:30 Uhr

Das Eigenheim als Kinderfalle

Die kleine Magdalena aus St. Veit wird von der Stiege magisch angezogen. Deshalb versperrt ihr ein Holzgitter den Weg.

Pro Jahr ereignen sich in Österreich rund 41.600 Kinderunfälle in den eigenen vier Wänden.

BEZIRK LILIENFELD. Alle 13 Minuten verunglückt in Österreich ein Kind in den eigenen vier Wänden. Eine der häufigsten Unfallarten sind Stürze, im schlimmsten Fall aus Fenstern. Dabei könnten diese durch einige einfache Sicherheitsmaßnahmen oft vermieden werden. Die Bezirksblätter sahen sich um und machten die typischen Kinderfallen im Eigenheim ausfindig.

Kurze Unachtsamkeit
Eltern kennen die Problematik: Während der Nachwuchs im Wohnzimmer mit Bausteinen Türme baut, läutet das Handy. Man ist nur eine Minute abgelenkt. Und genau in diesem Moment findet das Kleinkind die Stiege im Vorraum doch interessanter als die Bausteine und beschließt, eine kleine Klettertour zu unternehmen, während Mama und Papa wegsehen.
Im schlimmsten Fall hören die Eltern danach nur einen Schrei und schon geht's ab ins Krankenhaus.

Auf Entdeckungsreise
Lokalaugenschein im St. Veiter Ortsteil Kropfsdorf. Die kleine Magdalena ist mit ihren 15 Monaten eine typische Kandidatin für gefährliche Situationen im Haushalt. Die aufgeweckte junge Dame begibt sich liebend gerne auf Entdeckungsreise in den eigenen vier Wänden. Besonders das Stiegenhaus hat es ihr angetan. "Aus diesem Grund montierten wir vorsorglich ein Holzgitter", berichtet Vater Harald.

Gips und Beulen
Auch Verena Rottner war vor drei Jahren kurz durch einen überkochenden Topf am Herd abgelenkt. In diesen wenigen Sekunden gelang es ihrem damals knapp zwei Jahre alten Stephan, über den Rand des Gitterbetts zu klettern. "Ich weiß bis heute nicht, wie er das damals geschafft hat", erinnert sich die Mutter. Aus nur etwa einem Meter Höhe kam das Kleinkind am Laminatboden unglücklich auf und brach sich den Arm. "Im Spital sagten mir die Ärzte, dass er Glück im Unglück hatte. Solche Unfälle enden oft auch mit teils schweren Kopfverletzungen."

Sicherheitstipps:
- Lassen Sie Ihr Kind beim Lüften niemals unbeaufsichtigt! Nehmen Sie Ihr Kind mit, wenn Sie den Raum verlassen!
- Stellen Sie keine Kletterhilfen in der Nähe von Fenstern und Balkontüren auf! Sessel, Tische oder Ähnliches werden von Ihrem Kind als Aufstiegshilfe genutzt.
- Denken Sie auch beim Fensterputzen an die Gefahr eines Fenstersturzes und lassen Sie Ihr Kind keinen Moment unbeobachtet!
- Legen Sie nichts auf Fensterbretter oder Balkonbrüstungen, das für Ihr Kind ein Anreiz sein könnte!
- Bringen Sie altersgemäße Fenstersicherungen an Ihre Fenster und Balkontüren an!
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