05.07.2016, 21:00 Uhr

Hainfeld: Pack den Burkini ein

Bis dato wurde im Stadtbad Hainfeld noch keine muslimische Schwimmerin mit einem Burkini bekleidet gesichtet. (Foto: Archiv)

Nach falschen Pressemeldungen gestaltet sich das Thema rund um ein Burkini-Verbot immer mehr zur Farce.

HAINFELD. Die Aufregung in den letzten Tagen war groß, als viele Medien fälschlicherweise von einem Burkini-Verbot im Hainfelder Stadtbad berichteten. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Adaptierung der veralteten Badeordnung, welche nun vorschreibt, dass das Schwimmbad nur mit entsprechender Badebekleidung zu betreten ist. Grund genug für FP-Gemeinderat Peter Terzer sich mit seiner Forderung nach einem Burkini-Verbot bestätigt zu fühlen. "Das ist nicht gegen den Islam gerichtet, aber eine Burkini ist einfach keine geeignete Schwimmbekleidung. Aus Gründen der Hygiene und der Sicherheit hat so etwas im Badebereich nichts verloren. Sobald sich der Stoff mit Wasser vollsaugt und schwer wird, kann es für ungeübte Schwimmer lebensbedrohlich werden", meint Terzer.
Der Bürgermeister von Hainfeld, Albert Pitterle, gegen den laut eigener Aussage seit der Veröffentlichung der landesweiten "Falsch-Meldung" eine Hetz-Kampagne läuft, relativiert: "Das ist alles Interpretationssache. Peter Terzer ist der Meinung, dass es sich bei einem Burkini um keine schwimmgeeignete Bademode handelt. Dem ist aber nicht so, da ein Burkini aus dem gleichen Stoff wie eine herkömmliche Badehose besteht und es deshalb weder Hygiene- noch Sicherheitsbedenken von unserer Seite diesbezüglich gibt." Pitterle versichert weiter: "Burkinis sind im Bad erlaubt und stellen für uns kein Problem dar."

Viel Lärm um nichts
Aber warum überhaupt die viele Aufregung um Burkinis? Auf Nachfrage beim Stadtbad Hainfeld, ob es denn zu Beschwerden oder gar Problemen mit der islamischen Badekleidung gekommen ist, heißt es, "dass bis dato noch nie jemand mit einem Burkini das Bad betreten hat, geschweige denn damit geschwommen ist".



ZUR SACHE
Ein Burkini ist ein zweiteiliger Schwimmanzug für Frauen, der aus Kunstfasern gefertigt ist. Er verhindert, dass die Konturen des weiblichen Körpers sichtbar werden, sobald man aus dem Wasser steigt. Eine integrierte Kopfbedeckung erfüllt die religiöse Gesellschafts- und Normenordnung des Islams. Außer den Füßen, Händen und dem Gesicht ist der ganze Körper der Trägerin bedeckt. Der Begriff Burkini setzt sich aus den Worten Burka und Bikini zusammen. In der Türkei ist er unter dem Namen Haşema und in den USA als Splashgear bekannt.
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