28.03.2016, 08:52 Uhr

Provokation mit Handy eskalierte

Richter Slawomir Wiaderek möchte eine weitere Person in den Zeugenstand holen. (Foto: Probst)

26-Jähriger aus dem Bezirk Lilienfeld soll gegenüber seiner Gattin handgreiflich geworden sein.

BEZIRK LILIENFELD. Er wollte über Eheprobleme sprechen, sie spielte mit ihrem Handy. Das machte einen 26-Jährigen aus dem Bezirk Lilienfeld derart wütend, dass er seiner 24-jährigen Frau das Mobiltelefon entriss und gegen die Wand schleuderte.

Verletzt und eingesperrt
Dabei soll es jedoch nicht geblieben sein. Wie die Frau und Mutter von drei kleinen Kindern am Landesgericht St. Pölten behauptete, habe sie ihr Ehemann gegen einen Kasten gestoßen, sie an den Haaren gerissen, sich auf sie gesetzt und festgehalten und schließlich die Wohnungstür versperrt und den Schlüssel versteckt.

"Im falschen Film"
Weit ausholend schilderte der Angeklagte die Situation in seiner Beziehung, sodass Richter Slawomir Wiaderek ihn wieder zum Vorfall in der Nacht vom 6. zum 7. Dezember 2015 zurückholen musste. „Ich glaube, Sie sind jetzt im falschen Film“, mahnte der Richter den völlig aufgelösten Mann.

Prozess unterbrochen
Schließlich musste die Verhandlung einige Minuten unterbrochen werden, da der Beschuldigte schluchzend und zitternd nicht mehr in der Lage war, weiter zu sprechen. „Ganz ruhig, ganz ruhig“, besänftigte Verteidigerin Sabine Zambai den aufgelösten Mann. „Mi versteht do kana. Es is so ungerecht, wie man mit so viel Liebe so weit kommen kann“, schluchzte der 26-Jährige.

"Habe sie nicht verletzt"
Er bestritt vehement, seine Frau gestoßen und gerissen zu haben. Darüber hinaus sei die Tür schon wegen der Kinder immer zugesperrt, der Schlüssel sei zuerst auf der Kommode, danach an einem Haken neben der Türe gewesen. Dass er ihr Handy gegen die Wand schleuderte, sodass es kaputt war, gab der dreifache Vater zu. „Sie hat mich so gereizt und provoziert“, begründete er seine Zerstörungswut.
Mit dem alten Handy ihres Bruders habe sie eine entsprechende SMS an ihre beste Freundin geschickt, die ihr, ebenso wie ihre Ärztin zwei Tage nach dem Vorfall, zu einer Anzeige riet.
„Es steht Aussage gegen Aussage“, meinte der Richter, der aus diesem Grund noch die Freundin der 24-Jährigen in den Zeugenstand rufen möchte. Der Prozess wurde daher auf Mai vertagt.
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